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denn einer und derselbe Gegenstand kann ganz wohl das eineMal weiß sein, das andere Mal nicht weiß. Von den beidenoben angegebenen Definitionen des Accidens oder Accidentellcnist die zweite vorzuziehen; bei der ersten Definition nemlich mußman, um sic verstehen zu können, vorher wissen, was Definition,was Gattung und was Eigenthümliches ist, während die zweiteDefinition allein für sich vollständig ausreicht, um zu erkennen,was der betreffende Gegenstand ist. Zusammennehmen mit demAccidens kann man auch die Vergleichungen der Dinge mit ein-ander, welche irgendwie vom Accidens ausgehen, z. B. ob dasSchöne oder das Nützliche vorzüglicher ist, ob das tugendhafteoder das dem Genuß hingcgcbene Leben besser ist u. dgl. Beiallen diesen Fragen handelt es sich darum, zu erfahren, welchemvon beiden Subjekten das Prädikat in höherem Grad zukommt.Es ist aber aus dem Gesagten sofort klar, daß das Accidensganz wohl zu einer gewissen Zeit und in relativer Weise einEigenthümliches sein kann; z. B. das Sitzen ist zunächst einAccidens, wenn aber Einer allein sitzt, so ist es für ihn einEigenthümliches, sitzt er aber nicht allein, so ist es für die Sitzen-den ein Eigenthümliches im Vcrhältniß zu denen, welche nichtsitzen. Also ist es ganz wohl möglich, daß das Accidentelle inrelativer Weise und für eine gewisse Zeit ein Eigenthümlicheswerde. Schlechthin aber wird es ein Eigenthümliches nicht sein.
Sechstes Kapitel.
Unterschied zwischen der Definition einerseits, der Gattung, dem Eigen-thümlichen, dem Accidens andererseits.
Es ist hier Wohl zu beachten, daß alles das, was in Be-ziehung auf das Eigeuthümliche, die Gattung und das Accidensgesagt werden kann, auch auf die Definitionen zutreffen wird.Die Definition ist nemlich aufgehoben, sobald man zeigt, daß et-was dem unter der Definition begriffenen Gegenstand nicht alleinzukommi — wie dieß auch beim Eigenthümlichen der Fall ist, —oder daß das in der Definition Ausgesagte nicht Gattungsbegriff