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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Definition ist eine Rede, Aussage, welche das eigentlicheWesen bezeichnet. Man bedient sich einer solchen Aussage ent-weder, um ein einzelnes Wort zn erklären, oder an der Stelleeiner andern Aussage; denn es ist zulässig, mich manches vondemjenigen zu definiren, was durch eine Aussage ansgedrückt ist.Wenn man aber irgendwie die Erklärung nur durch ein einzelnesWort gibt, so ist damit offenbar keine Definition der Sache ge-geben, denn jede Definition ist ja eine Aussage, ein Satz. In-dessen kann man immerhin sagen, daß auch derartiges in dasGebiet der Definition gehöre, z. B. daß das Geziemende schönsei, und ebenso auch, ob sinnliche Wahrnehmung und Wissen iden-tisch seien oder verschieden; denn auch bei den Definitionen han-delt es sich in erster Linie darum, ob Identität oder Verschieden-heit stattfindet. Ueberhaupt kann man von allem, was unter diegleiche methodische Behandlung fällt, wie die Definitionen, sagen,daß es mit der Definition verwandt ist. Es ist aber unmittel-bar klar, daß alles das eben Angeführte in diese Klasse gehört.Sind wir nemlich im Stand, darüber Red und Antwort zu ge-ben, daß Identität oder daß Verschiedenheit stattfindet, so werdenwir eben dadurch auch in den Stand gesetzt sein, die Definitio-nen gehörig zu behandeln; sobald wir nemlich zeigen, daß keineIdentität da ist, werden wir die Definition aufgehoben haben.Rnr läßt sich das eben Gesagte nicht umkehrcn. Zur Construc-tion einer Definition genügt es nämlich nicht zu zeigen, daß Iden-tität der Definition und des zu Desinirenden stattfindet. Dage-gen zur Aufhebung einer Definition genügt es vollständig zu zei-gen, daß keine Identität vorhanden ist.

Eigenthümlich ist das, was zwar nicht das eigentliche Wesenbezeichnet, aber einem Gegenstand allein zukommt und in derAussage mit demselben verwechselt werden kann, z. B. dem Men-schen eigenthümlich ist das, daß er für Sprachwissenschaft empfäng-lich ist; ist nemlich Einer ein Mensch, so ist er für Sprachwissen-schaft empfänglich, und wenn er für Sprachwissenschaft empfäng-lich ist, so ist er ein Mensch. Dasjenige nämlich, welches mög-licherweise einem Andern zukommt, nennt Niemand eigenthümlich,z. B. sagt man nicht, das Schlafen sei dem Menschen eigen-