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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Sechsundzwanzigstes Kapitel.

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so hat es chen keine Einheit, wie denn auch in der That dieIlias und ebenso die Odyssee viele solche Teile haben, welcheschon für sich einen genügenden Umfang haben. Und doch istdie Komposition dieser Gedichte so vortrefflich, als es (im Epos)nur irgend möglich, und die dargestellte Handlung ist, soweit esnur irgend sein kann, eine einheitliche."

14. Über die Wertvergleichung zwischen Tragödie und Epos,welche in diesen: Kapitel angestellt wird, spricht sich der deutsche ÄsthetikerFriedrich Bischer (Ästhetik IV, S. 14031405) mit ausdrücklicherBezugnahme auf Aristoteles ausführlich aus. Bekanntlich haben Schillerund Goethe in ihrem Briefwechsel das Wertverhältnis beider Kunstsinnenzum Gegenstände einer genauen Besprechung gemacht, bei welcher SchillersAnsicht mit der Aristotelischen in Gegensatz tritt. Schiller sagt vomDrama, es fessele an die Gegenwart, nehme der Phantasie die Freiheitund bewirke und erhalte den Geist in beständiger Unruhe.Zch mußimmer beim Objekte bleiben, alles Nachdenken ist mir versagt, weil ich einerfremden Gewalt folge." Er nennt den dramatischen Weg den der strengengeraden Linie und findet in dem Hinblick auf den Zweck des äußerenEindrucks, der bei dieser Dichtungsart nicht ganz verlassen werde, etwasGenierendes für den wahren Dichter. Dazu bemerkt nun Bischer a. a.O.:Entgegengesetzt urteilt Aristoteles. Er geht in seiner Wertvergleichnngebenfalls vom Zugeständnisse einer stoffartigen Wirkung des Dramas ans,schreibt jedoch diese nur der Leidenschaftlichkeit einer übertreibendenMimik zu und zieht dann das Drama vor, weil es alles habe, was dasEpos, und in Musik und Scenerie noch mehr; sodann weil es durchErkennungen und Handlungen lebendiger, ferner weil es küzer, gedrängtersei und endlich weil es mehr Einheit habe. In diesen treffendenSätzen ist nur unrichtig, daß die pathologische Wirkung bloß auf Schuldder Schauspieler geschrieben, nicht als eine dem Dichter selbst naheliegende Gefahr eingeräumt und daß behauptet ist: das Drama habe janoch mehr, als was das Epos habe, seine Kürze und Gedrängtheit seiein Gewinn ohne Einbuße. Allein die pathologische Aufregung ist eineKlippe, die dem Drama vermöge seines inneren Wesens nahe liegt; Musikund Scenerie ersetzen nicht, was das Epos an klarer, entwickelter Zeichnung