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Aristoteles, Poetik.
anderen Beziehungen über dem Epos, so ist jener obengerügte Fehler'"gar nicht notwendig mit ihrem Wesen verbunden.
4. Ferner steht sie höher als das Epos, weil sie alle Elementeder epischen Dichtung in sich enthält — denn sie kann, wenn siewill, selbst dasselbe Versmaß gebrauchen" —, und überdies noch inder musikalischen Begleitung und in den Kunstmitteln der Darstellungfür das Auge einen nicht unbedeutenden Bestandteil voraus hat, wo-durch die Lusteindrücke auf das lebendigste hervorgerufen werden.Dazu kommt auch die lebendige Wirkung, welche sie mittelst der Er-kennung und der sinnlichen Wirklichkeit der vorgestellten Hand-lungen übt.
5. Ferner hat die Tragödie auch das voraus, daß sie inner-halb eines geringeren äußeren Umfangs ihren Abschluß erreicht.Denn das Konzentriertere ist angenehmer als das durch ZeitlängeVerwässerte^; man stelle sich nur vor, daß einer sich beikommenlassen wollte, den Sophokle'ischen Ödipus in eben so viele Verseals die Ilias zu bringen.
6. Endlich hat die epische Poesie weniger Einheit." Beweis:Aus jeder beliebigen epischen Dichtung lassen sich mehrere Tragödienmachen. Wenn also die epischen Dichter nur eine einheitliche Fabelbearbeiten, so wird dieselbe entweder, wenn kurz vorgetragen, kahl wieein Rattenschwanz oder, wenn der Dichter sie dem gehörigen Maße derLänge anzunähern sucht, wässrig. Wenn siedagegen mehrere Fabeln ver-binden, das heißt wenn das Epos aus mehreren Handlungen besteht,
§ 1, wo Aristoteles sagt: es genüge, den Ödipus des Sophokles bloß zulesen oder lesen zu hören, um Schauer und Mitleid zu empfinden.
10. Der Fehler oder Vorwurf, daß sie ihrer Natur nach auf einniedriges, rohes Publikum berechnet (^LXXov Pvprixß) sei.
11. Natürlich nur in einzelnen Partieen. Hermann.
12. Die Übersetzung bemüht sich hier, das in dem Aristotelischen
Ausdrucke (7roXXH> rH xgövrg —stark mit Zeit vermischt) nach
Vischers feiner Bemerkung enthaltene Bild von dem mit Wasser ge-mischten Weine auszudrücken.
13. Vgl. Kap. XXIII, § 3; XXIV, § 3 fg.; XVII, 5.