Sechsundzwanzigstes Kapitel.
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in dem Urteil ausgesprochen liegt, welches die älteren Schauspielerüber ihre jüngeren Nachfahrer fällten. So pflegte der SchauspielerMy ni'sko s den Kalli'ppid es wegen seiner übertriebenen mimischenMion Affe zu nennen, und in demselben Rufe stand auch der Schau-spieler Pi'ndaros. So wie nun diese letzteren sich zu den ersterenverhalten, so verhält sich die ganze tragische Kunst zur Ependichtung.Also, sagen die Verkleineret: der tragischen Kunst, die Kunst des Epossei für ein gebildetes Publikum, das keiner mimischen Aktion bedarf,die tragische dagegen für ein niedriges. Somit dürfte klar sein, daßdie letztere, als eine pöbelmäßige, tiefer stehe.
3. Allein erstens trifft dieser Vorwurf nicht die Kunst desDichters, sondern die des Schauspielers; denn auch beim epischenVortrage kann der Rhapsode in der andeutenden Gebärdensprachezuviel thun, wie es die Manier des Sosi'strato s war, und im ly-rischen Gesangsvortrage wie es die Manier des Opu'ntiers Mna-sitheos war. ° Zweitens ist auch nicht alle und jede Bewegung? zuverwerfen, da ja doch auch der Tanz nicht verwerflich ist, sondern nurdie übertriebene Aktion schlechter Schauspieler, wie sie nicht bloß demKallippides von seinen Zeitgenossen zum Vorwurfe gemacht wurde,sondern auch heutzutage anderen Schauspielern, denen man vorwirft,daß ihre Frauendarstellung nicht edle Frauen darstelle. Dazukommt, daß die Tragödie auch ohne alle mimische Aktion ihreWirkung hervorbringtb, so gut wie die epische Dichtung.Denn schon das bloße Vorlesen einer Tragödie läßt erkennen,wie sie beschaffen ist.^ Steht also die Tragödie in allen
5. Lei den lyrischen Kunstwettstreiten.
6. Die hier genannten Künstler kennen wir nicht weiter. Aber wiewenig wissen wir überhaupt von der Geschichte der griechischen Schau-spielkunst, deren Spezialitäten unser Autor als bekannt voraussetzt!
7. — starke mimische Aktion.
8. S. oben Kap. VI, § 19.
9. D. h. ob sie so gut und wirksam ist oder nicht. Vgl. Kap. XV,