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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Fünfundzwanzigstes Kapitel.

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Fehler gemacht werden, nämlich entweder wesentliche oder un-wesentliche. Wenn sie nämlich sich vornehmen wollte, eineUnmöglichkeit2 nachahmend darzustellen, so würde das einwesentlicher Fehler sein; wenn dagegen ihr Vornehmen selbstein ganz richtiges ist, sie aber dabei etwa ein Pferd die beidenrechten Füße zugleich vorsetzen ließe, oder wenn gegen eine be-sondere Kunst ein Verstoß vorkommt, z. B. gegen die Heilkunstoder eine andere Kunst, wenn da irgend welche Unmöglich-keiten erdichtet sind, so ist das kein Fehler gegen das Wesender Dichtkunst selbst.

5. Es müssen also die tadelnden Ausstellungen in denProblemen von diesen Gesichspunkten aus betrachtet und er-ledigt werden. So ist es zunächst zwar ein Fehler, wenn eineDichtung Dinge enthält, welche nach dem Wesen der Kunstselbst unmöglich sind, allein eine solche fehlerhafte Darstellungist doch richtig, wenn sie ihren wesentlichen Zweck erreicht-dieser Zweck nämlich ist schon oben angegeben worden^, nämlichwenn auf diese Weise der Dichter einen stärkeren Effekt, seies für diese oder eine andere Partie seiner Dichtung, her-vorbringt. Beispiel: Die Verfolgung Hektors.^ Allein wennes möglich war, den Zweck mehr oder weniger zu erreichen,auch bei strenger Beobachtung der hier in Frage kommendenKunstgesetze, so ist der Fehler ohne Not begangen. Denn das

2. Hier ist äLuvapck« in einer sonst ungewöhnlichen Bedeutungetwas, was ihr (der Poesie) darzustellen unmöglich ist. Ein Pferd dar-zustellen ist ihr aber an sich nicht unmöglich, und wenn der Dichter insolcher Darstellung Fehler gegen die Natur des Pferdes begeht, so sinddas keine wesentlichen Fehler.

3. Vgl. Kap. XXIV, § 8, wo Aristoteles ausgesprochen hat, daßin der Tragödie das Wunderbare, in dem Epos aber selbst das Un-denkbare, Vernunftwidrige (ro aXv^ov), welches die Quelle des Wunder-baren ist, seinen berechtigten Platz hat. Allerdings aber vermissen wirdort die genauere Angabe des Zweckes, der Wirkung.

4. Vgl. Kap. XXIV, § 8.