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Aristoteles, Poetik.
ließe, während jetzt der Dichter durch die andern Schönheitenseiner Darstellung das einzelne Ungereimte auf angenehme Weisedem Auge entrückt.
I l. Was aber den sprachlichen Ausdruck anlangt,so muß der Dichter die meiste Mühe auf ihn verwenden in den„toten Partieen"^, die weder durch Charakterschilderung nochdurch Gedanken gehoben werden, während umgekehrt eine allzuglänzende Diktion die Wirkungen der Charakteristik und der Ge-danken in Schatten stellt. —
Fünfimdzwlmzigstes Kapitel.
1. Jetzt von den Probleinen und Lösungen, über derenZahl und Beschaffenheit man etwa auf dem Wege der folgendenBetrachtung ins klare kommen dürste.
Da der Dichter nachahmender Darsteller ist, gerade so gutwie etwa ein Maler oder irgend ein anderer bildender Künstler,so ergibt sich, daß er, da die Objekte dreierlei sind, not-wendig immer irgend eines davon darstellen muß, nämlich ent-weder die Dinge wie sie waren oder sind oder wie sie in Traditionund Meinung der Menschen erscheinen oder wie sie sein müssen.
2. Vorgetragen werden dieselben entweder in gewöhnlicherRede oder mit Anwendung von Fremdworten oder metaphorischenAusdrücken; und so gibt es viele Modifikationen des sprachlichenAusdrucks, die wir ja den Dichtern einräumen.
3. 4. Ferner ist die Regelrichtigkeit nicht dieselbe für
die Kunst der politischen Beredsamkeit* und für die Dichtkunst,noch für irgend eine andere Kunst und die Dichtkunst. Wasaber die Dichtung selbst anlangt, so können zweierlei
23. Zrn Texte heißt es „in den faulen Partieen". Das wirdsicher eine Art ästhetischer Kunstaüsdruck gewesen sein, und darum habeich ihn mit Anführungsstrichen bezeichnet.
I. S. oben Kap. Vl, § 16.