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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik,

Vieimirdzwanzigstes Kapitel.

1. Auch was die Gattungen betrifft, muß die epische Poesiedieselben aufzuweisen haben wie die Tragödie, nämlich eine ein-fache oder eine verwickelte, eine ethische (charakterschildernde) odereine pathetische und ebenso dieselben Bestandteile ^ mit Aus-nahme der Gesangkomposition und der Darstellung für das Auge.Denn auch das Epos bedarf der plötzlichen Schicksalswechselund der Erkennungen und der erschütternden Leidens und endlichmüssen auch die Gedanken und der sprachliche Ausdruck die er-forderlichen edlen Eigenschaften haben.

2. Alle diese Dinge hat nun Homer zuerst und in muster-giltiger Weise bethätigt. Von seinen beiden Gedichten stehtzunächst jedes von beiden als eine besondere Gattung da, dieIlias als einfache und pathetische, die Odyssee als verwickeltedenn sie ist durchaus Erkennung ^ und ethische ^ Kom-

1. Vgl. Kap. X und Kap. XVlII, §§ 2 ff.

2. Vgl. Kap. V, § 4; Kap. VI, §§ 7 ff.; Kap. XII, § 1.

3. rüv Diese Stelle ist wichtig für das Verständnis

der Aristotelischen Definition der Tragödie (VI, 1).

4. Odyffeus' Erkennung bei Alki'noos, bei dem Sauhirten Eumä'os,bei Tellemach, bei der Amme, bei Pene'lope u. s. f.

5. Ethisch ist hier soviel alssittenbildlich". Vgl. Bischer,Ästhetik, IV, S. 1290. Wenn Aristoteles die Komposition derOdysseefabel eineverschlungene" (verwickelte) nennt, weil sie durch-aus Erkennung sei, so heißt das letztere:Die Spannung auf dasWiedersehen ist der Poetische Reiz. Sie wird durch viele in der Kom-position 'ineinandergeschlungenene Hemmungen hingehalten bis zum Ende.Da nun das Subjekt der Erkennung natürlich liebende Menschen sind,so erhellt, wie in der äv«-j"-<üpislL (Erkennung) des Aristoteles derKeim oder das antike Vorbild des Romans als höchst interessanteAndeutung oder Ahnung verborgen liegt. Und wirklich: die Odyssee ist,wie Jean Paul sagt (Vorschule der Ästhetik § 66), der antike Ur-