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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Dreiundzwanzigstes Kapitel.

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wie: Der Waffenstreit, Philokte'tes, Neopto'lemos,Eury'pylos, Die Bettelei, Die Lakonierinnen, Die Zer-störung Ilions, Die Heimkehr, Si'non und Die Troe-rinnen.b

8. Die Wendungmehr als acht", welche den Auslegern sovielKopfzerbrechens gemacht hat, ist am glücklichsten von Knebel dahin er-klärt worden, daß Aristoteles mit dieser Zahlangabe auf nur vier Ge-sänge derKleinen Ilias" Rücksicht nimmt.Aristoteles hatte gesagt:die ganze Ilias enthalte als solche nur Stoff zu einer oder höchstenszwei Tragödien. Um dieser Einfachheit der Handlung in der IliasHomers gegenüber die Vielfältigkeit des Stoffs in derKleinen Ilias"recht schlagend zu bezeichnen, weiset er nun nach, daß sich in letzterer ausjedSM einzelnen Gesänge mehr tragische Stoffe entnehmen lassen, als ausdem ganzen Homerischen Epos zu gewinnen seien: also aus allen vierGesängen mehr als acht." Über Inhalt und Verfasser der hier aufge-führten zehn Tragödien mag man die Ausleger und die griechischenLittcraturgeschichten Nachlesen, da eine ausführliche Nachweisung an dieserStelle zu weitläufig werden würde. Ritter streicht natürlich diesenganzen für die griechische Litteraturgeschichte so überaus wichtigen Para-graphen als den Zusatz eines von ihm als halb blödsinnig behandeltenJnterpola'tors oder vielmehr zweier solcher Verfälscher, die er hier an-nimmt (S. 252), und unter den Gründen, weshalb er es thut, erscheinenauch zwei Sprachschnitzer", die der Interpolator in diesen wenigen Zeilengemacht haben soll. Ein solches Verfahren, das einem griechischenLeser des Aristoteles von vor zweitausen d Zähren Nachweisen will, daßer seine Muttersprache nicht hinlänglich verstanden habe, um drei Zeilenohne eben so vieleSprachschnitzer" schreiben zu können, ist in unserenAugen ein heilloser Aberwitz, der schl ießlich dazu führt, die kostbaren po-sitiven Notizen, die uns hier über die Li tteratur der griechischen Tragödieein günstiges Geschick erhalten hat, und deren wir wahrlich keinen Über-fluß besitzen, aus den nichtigsten Gründen wegzuwerfen. Vgl. übrigensAdolf Schöll, Gründlicher Unterricht über d ie Tetralogien des attischenTheaters, Leipzig 1859, S. 176 ff.