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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

Dreiimdzwanzigstes Kapitel.

1. Was die erzählende und im heroischen Versmaße dar-stellende Dichtungsgattung * betrifft, so wissen wir, daß sie dieFabeln geradeso wie in den Tragödien dramatisch, das heißt sokomponieren muß, daß sie eine ganze und vollständige Handlung,welche Anfang, Mitte und Ende hat, zu ihrem Mittelpunkte hat,um wie eine in sich abgeschlossene einheitliche Schöpfung den ihr-eigentümlichen Genuß zu gewähren, und daß ihr nicht die ge-wöhnlichen Geschichtsdarstellungen ähnlich sind, in welchen dieNotwendigkeit es fordert, daß der Darsteller nicht die Darlegungeiner einheitlichen Handlung zu seiner Aufgabe macht, sonderneines einheitlichen Zeitabschnittes und alles dessen, was innerhalbdieses Zeitabschnittes einem oder mehreren begegnete und wovondas einzelne zu dem einzelnen in einem rein zufälligen Ver-hältnisse steht?

1. Das Epos. Wenn Aristoteles sich im folgenden über die epischePoesie sehr kurz zu fassen scheint, so denke man an das, was. er obenKap. V, § 5, darüber im voraus gesagt hat.

2. Daß Homers Dichtungdramatische Elemente hat", ist

Kap. IV, A 9 gesagt worden, wo zugleich Tragödie und Komödie aufihn als ihre Wurzel zurückgeführt werden. Auch auf die Einheitder epischen Dichtung, die freilich minder stark ist, als in der Tragödie,ist von Aristoteles hingewiesen (vgl. Kap. V, § 5) und mit einemWorte (Kap. V, § 6) ausgesprochen worden, daß alle wesentlichen Be-standteile des Epos dieselben sind wie in der Tragödie, mit alleinigerAusnahme dessen, was der Tragödie von Kap. VI an als spezifisch eigen-tümlich beigelegt wird. Ja, die ganze Definition der Tragödie zeigtklar, daß Aristoteles den Begriff des Epos in derselben mit gegebenund dasselbe bestimmt hat alsnachahmende Darstellung einer

Handlung, und zwar einer Handlung von ernstem, bedeutendem Inhalt,von in sich abgeschlossenem Verlaufe, von einem bestimmten Umfange,in künstlerisch gewürzter Sprachdarstellung", und daß er den Zusatz für