168 Aristoteles, Poetik.
druck „schmaust"? Derselbe Unterschied wäre, wenn statt desVerses b:
„Und nun hat so ein Knirps, so ein Nichtling und so ein
Schächer" —
jemand, mit Umwandlung der fremdartigen in die eigentlichenAusdrücke, sagen wollte:
„Und nun hat so einer Kleiner, ein Schwacher ohn' Ansehn —
oder statt des folgenden:
„Setzend ihm hin den ärmlichen Stuhl und das winzige Tischchen"
sagen wollte:
„Setzend ihm hin den schlechten Stuhl und das kleinliche Tischchen."oder statt: „Es brüllen die Felsengestade"„Es krachen dieFelsengestade."
8. sIch bemerke noch, daß Arei'phrades^ dm Tragikerlächerlich zu machen pflegte, daß sie Ausdrucksweisen brauchen,wie sie niemand in der gewöhnlichen Sprache brauche, zumBeispiele „vom Hause ab" statt „ab vom Hause" und „dein" statt„deiner" und „Ich aber faßte ihn" und „Achills halb" und der-gleichen mehr. Weil nämlich alle diese Wendungen nicht zuden gemeinbräuchlichen gehören, bilden sie in dem sprachlichenAusdrucke das Element des nicht Gemeinen. Der Mann wußtedas aber nicht.s"
8. Vgl. oben Kap- XXI, 8 4. Die Metapher, welche Euripidesin den Vers brachte, gehört zu der dort aufgezählten zweiten Gattung.Über die drei Philoktelle des Äschylos, So'phokles und Euripides s.Gruppe, Aria'dne, S. 417—452.
9. Odyssee IX, 215. Über die Vertauschung der hier in Fragekommenden griechischen Ausdrücke s. Ritter S. 241.
10. Odyssee XX, 259.
11. Ilias XV, 265.
12. Unbekannter Dichter und Kritiker.
13. Ritter hat diesen Paragraphen als unecht eingeklammert, undallerdings sieht er aufs Haar aus wie die Randbemerkung eines späteren