Einundzwanzigstes Kapitel.
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9. Neugebildet ist ein Wort, das, überhaupt von nie-mand so gebraucht, der Dichter aus eigener Machtvollkommen-heit prägt." Als solche gelten nämlich manche Worte, wie zumBeispiel wenn der Dichter die Hörner „Sprossen" nenntund den Priester einen „Beter"."
1V. Verlängerte oder verkürzte Worte entstehen, wennim ersteren Falle der Dichter sich eines längeren Vokals bedient,als der eigentlich dem Worte zukommende, oder wenn er eineSilbe einschallet; im letzteren Falle wenn etwas von dem Worteweggelassen wird. Ein verlängertes ist z. B. die Verlängerungvon Polleos in Pole'eos und von Pelei'du in Peleei'deö;ein verkürztes dagegen ist z. B. Kri und Dö" und das WortOps in dem Verse:
(— Eins wird von beiden die Anschau.)^
braucht zu bezeichnen, reicht es auch hin, wenn der Dichter von einer „wein-losen Trinkschale" spricht. Denn indem er der Trinkschale damitetwas abspricht, was ihr wesentlich ist, nämlich daß sie zum Weine dient,versteht der Leser sofort die metaphorische Bedeutung. Diese Art derMeta'pher, durch welche die Dichter, wieAristotelesin der Rhetorik (III, 6)sich ausdrückt, „durch Negationen positive Prädikate gewinnen" (ixS'reppseluv imPipoumv) ist bei den griechischen Tragikern sehr häufig.Vgl. Aristoteles, Rhetorik, a. a. O.
16. Ci'cero, Vom Redner, III, Kap. 38, § 154, nennt dergleichen:ve'rba vova'ta sWortneubildungens.
17. Da das letztere Beispiel aus Home'r ist (Ilias I, 94; V, 78)dürfte vielleicht auch das elftere in der damaligen Ausgabe des Dichtersgestanden haben.
18. statt Kriths' und Tv'ma (xgiRH und 8,2^»).
19. Fragment aus einem Gedichte des Empe'dokles, wie wir ausStra'bo VIII, S. 364 Casau'Lonus, lernen. Die Verkürzung von Ops inO'psis verhält sich etwa wie unser „Anschau" zu Anschauung oder wie„GebLn" zu Gebäude.
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