Druckschrift 
3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

160

Aristoteles, Poetik.

wort 2 oder Meta'pher (oder Schmucks oder neugebildet oderverlängert oder verkürzt oder vertauscht.

3. Ich nennegemeinüblich" ein Wort, das alle ge-brauchen,Fremdwort" dagegen, was nur hier und da ge-braucht wird; man sieht also, daß ein und dasselbe Wort möglicherWeise zugleich Fremdwort und gemeinüblich sein kann, nur nichtbei denselben Menschen, denn das Wort Si'gynos^ ist bei denKy'priern gemeinübliche Bezeichnung, während es für uns einFremdwort ist.

4.Metapher" ist die Übertragung eines fremden^ Wortesentweder von der Gattung auf die Art oder von der Art aufdie Gattungoder von der einen Art auf eine andere oder nach der Analogie. °

5. Übertragung von der Gattung auf die Artnenne ich z. B. den Home rischen Ausdruck^:

2.Glossa (Fremdwort) bedeutet bei Aristoteles nicht bloß Archaismen,sondern auch Ausdrücke aus fremden Mundarten. Desselben Wortesbedient sich auch Dio (Orat. IX.), da er von der Mischung des Äolischen,Dorischen und Jonischen in der Homerischen Sprache redet." Friedr.Schlegel, Geschichte der epischen Poesie, S. 131. Es sind Provinzia-lismen und veraltete Worte. Vgl. Plutarch, Wie die Jugend dieDichter lesen müsse, Kap. 6.

3. Die eingeklammerten Worte sind wohl mit Ritter zu streichen.Auch Hermann läßt sie in der Übersetzung aus, und Aristoteles selbstübergeht sie in der folgenden Erklärung. Vgl. Ritter, Kommentar,S. 231 fg.

4. Sigpnos (cu'^llvvr) bedeutete bei den Bewohnern der Insel Kl/prossoviel als Speer, Wurfspieß, wofür man in dem festländischen GriechischDo' (Sogu) sagte. Vgl. die Ausleger zu Herodo't V, 9.

5. Fremd («XXvrgwv) ist hier soviel alsuneigentlich".

6.Aristoteles nimmt die Metapher im weiteren Sinne als wirheutzutage, wo man nur die dritte und die vierte Art darunter begreift.Unser Sprachgebrauch war schon zu Ci'cero's Zeit üblich. S. Cicero,Vom Redner, III, Kap. 38 ff. Ritter."

7. S. Homer, Odyssee, l, 18S; XXIV, 307.