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Aristoteles, Poetik.
wollen wir dies beiseite liegen lassen als eine Betrachtung, die inein anderes Gebiet und nicht in die Poetik gehört.
Zwanzigstes Kapitel.
1. Der gesamte sprachliche Ausdruck zerfällt in folgendeTeile: Buchstabe, Silbe, Bindewort, Nennwort, Zeitwort, Artikel,Flexion, Satz.
2. Buchstabe zunächst ist ein unteilbarer Stimmlaut, jedochnicht jeder, sondern nur ein solcher, aus welchem naturgemäß einverständlicher Laut entstehen kann. Denn auch die Tiere haben un-teilbare Stimmlaute, und doch nenne ich deren keinen einen Buch-staben.
3. Teile dieses letzteren sind folgende: der Vokal, der Halb-vokal und der Konsonant. Vokal ist der Buchstabe, der ohneeinen Anstoß einen hörbaren Laut hat, wie das A und O, Halb-vokal, der mit einem Anstoß einen hörbaren Laut hat, wie z. B.S und R, lautloser Buchstab (Konsonant) dagegen, der miteinem Anstoß für sich zwar keinen Laut hat, aber in Verbindungmit solchen, die einen Laut haben, hörbar wird, wie z. B. das Gund das D.
4. Diese unterscheiden sich ferner durch die Stellungen undÖrtlichkeiten des Mundes, durch die Stärke und Schwäche desHauches, durch Länge und Kürze, endlich durch den höheren, tieferenund mittleren Ton. Das Spezielle hierüber gehört in die Wissen-schaft der Me'trik.
5. Silbe ferner ist ein Laut ohne bestimmte Bedeutung,zusammengesetzt aus einem Konsonanten und einem Vokal; denn Gund R ohne A ist noch keine Silbe, sondern erst mit A wird daraus
welche zur damaligen Zeit die Poetik behandelten — und sicher istAristoteles nicht der einzige gewesen, der an der Universität Athen ummodern zu reden, „über Poetik las" —, sehr wahrscheinlich die vonAristoteles hier verschmähten und als ungehörig beseitigten Thematadesto ausführlicher behandelten.