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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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143
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Siebzehntes Kapitel. 143

chen Zustände zu versetzen, während das andere leicht in Ekstasegebracht wird. ^

5. Um diesen wichtigen Ausspruch des Aristoteles über das,was denDichter macht", richtig zu verstehen, muß man folgendes beachten. Untercbrxwis; versteht Aristoteles, wie die Übersetzung sagt, das natürliche Genie.Denn die cöwul« ist nach Aristoteles die vollendete Naturanlage, welchedem Menschen giebt, was nicht zu erlernen ist, und der der so

Begabte, ein Genie, das von Natur das Gute, Schöne und Wahre findetund thut. (Vgl. Nikomachische Ethik III, 5, 17.) Von diesemsagt hier Aristoteles, daß er in der Poesie ein LunX-raro? sei, d. h. dasGenie besitzt höchste Leichtigkeit des Gestaltbildens, es ist fähig, sich inalle Lagen und Verhältnisse mit der Phantasie hineinzubilden. Derdagegen ist der bis hart an die Grenzen des Außersichseins Be-geisterte, der Begeisterterregte, wie es der ist, der viel Wein getrunkenund dessen Wirkung bis zu dem Grade erfahren hat, daß er nur nocheinen Schritt weiter hat, um in das Stadium des lallenden Taumels zuverfallen. Vgl. Aristoteles,Probleme, XXX, I, wo man auch beideBe-griffe verbunden findet, in dem Satze:Alle die, bei welchen die Gallestark und heiß ist, sind x«l eiirguek? '/.»I npö? rour

-/.ai r«; Aristoteles sagt also nicht: Zum Dichten ge-

hört entweder ein Genie (sög-orft) oder ein aufgeregtes Naturell s^a-nxo;) gleichsam als ob das letztere für sich allein schon hinreiche, einen Dich-ter zu machen, sondern er sagt: Zum Dichter gehört ein Genie oderauch (Is ist in dieser Bedeutung nicht selten bei Aristoteles) ein leiden-schaftlich erregtes Naturell s^avixöc). Das letztere kann der Naturbega-bung nicht entbehren, aber das Genie braucht nicht immer mit der leiden-schaftlichen Erregbarkeit des verbunden zu sein, die den Dichter

alsverzückten", als Ekstatiker erscheinen läßt, obwohl eine gewisse Ek-stase nach den Alten durchaus zum Dichter gehört. Daß die von mirübersetzte Lesart ixararnol (statt des i^raarnal der meisten Handschriften)notwendig gefordert wird, leuchtet ein. So sagt Aristoteles in dem obenangeführten Kapitel der Probleme (XXX, I, S. 267 Tauchnitz), wo ervon den krankhaften Zuständen (den ^ Ivilaoalaarixol;)

spricht,bei den Siby'llen und Ba'kis und den Gottbeqeisicrten sei solche