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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

3. Diese historisch gegebenen Stoffe sowohl wie die reinerdichteten" muß nun auch der Dichter selbst während seinesSchaffens zunächst in ihren allgemeinen Zugen sich klar vor dieAugen seines Geistes hinstellen und dann erst Episoden? hinein-bringen und das Ganze weiter ausführen." Wie ich dasAn-schauen nach den allgemeinen Zügen" verstehe, davon mag derStoff der Zphigenia ein Beispiel sein.

Eine Jungfrau, die zum Opferaltar geführt, aber den Au-gen der Opfernden spurlos entzogen und in ein fremdes Landversetzt worden war, in welchem der Brauch herrschte, alle Frem-den der Göttin zu opfern, sah sich daselbst mit diesem Priester-amte betraut. Einige Zeit später wollte es das Geschick, daß derBruder der Priesterin dorthin kam (der Umstand, daß der Gottes so befohlen aus einem bestimmten Grunde, liegt außerhalb desallgemeinen Umrisses und das Wozu? außerhalb der Fabel). Er kam,wurde gefangen genommen und erkannte in dem Augenblicke, woer geopfert werden soll, seine Schwester, entweder wie bei Euri-pides" oder wie bei Polei'dos^o, in dessen Dichtung er in jenem

Erregung der normale und natürliche Zustand", und fügt hinzu:DerSyrakusier Ma'rakos war sogar ein besserer Dichter, so oft er in Ekstasegeriet (ö'r' Also: der d. h. der neigt

zur Verzückung (ist ein ixararixö?) und wird durch diese Ekstase in seinerdichterischen Produktion gefördert, indem er in solchem Zustande des An-ßersichseins und der Überspannung das richtige trifft. Wir sehen hier-aus, daß die Aristotelische Bestimmung dessen, was zum Dichter gehört,so ziemlich auf das Goethesche Wort herauskommt:Was macht den Dichter?Lebendiges Gefühl der Zustände und Fähigkeit, sie auszusprechen."

6. Vgl. Kap. XVI, § 4.

7. Vgl. Kap. XXVI, § 3.

8. Weiter ausführen, in die Breite und Länge, d. h. soweit als esder Stoff verträgt. Vgl. Kap. IX, § 10.

9. Wo es die Schwester ist, welche zuerst den Bruder erkennt.

10. Vgl. Kap. XVI, § 6.