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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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137
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Sechzehntes Kapitel. 137

ebenso ist's in Sophokles' Te'reus mitdes WeberschiffleinsStimme"?"

5. Eine dritte Art der Erkennung ist die durch Erinne-rung, wo einer bei dem Anblicke eines Gegenstandes irgendwieaffiziert wird^, wie die Erkennung in den Ky'prien des

es doch (sagt Aristoteles) der Dichter ganz eben so gut hätte so einrichtenkönnen, daß Orestes ein Erkennungszeichen bei sich oder an sich gehabthätte. Was Aristoteles tadelt, ist die Absichtlichkeit in derEntdeckung"des Orestes und die willkürliche Herbeiführung derselben von seiten des Dich-ters. Die Entdeckung hätte sich vielmehr aus dem Verlauf der Handlung unddurch ein mit derselben verbundenes Motiv, wie bei dem Briefe (vgl.§8), unabsichtlich ergeben müssen, während die Wahrzeichen, auf die sichOrestes in dem Euripide'ischen Stücke beruft, obenein willkürlich erfun-den und wenig beweisend sind. Das Gemeinschaftliche beider Ent-deckungsarten, das was Aristoteles hier an der Homerischen Erkennungs-scene des Odysseus beim Eumaios ebenso wie an dem EuripideischenOrest tadelt, ist das Absichtliche und Willkürliche der Herbeiführung.Sprachlich bemerke ich, daß es im Text heißt (civ^vuigmev)Orestesgab sich zu erkennen", nicht:gibt sich". Hätte die Übersetzung aus-drücken wollen, was in dem Gebrauche dieser Form der Vergangenheitmir zu liegen scheint, so hätte sie lauten müssen:Euripides ließ denOrestes sich zu erkennen geben." Denn in der Poetik des Aristoteles istder Aorist statt des Präsens in solchen Fällen nie bedeutungslos, sondernbezieht sich immer entweder auf den der Tragödie, von der gerade dieRede ist, zu Grunde liegenden und vorher gehenden Mythus oder istauf diese Weise, wie hier zu verstehen.

10.Daß Philome'la ihrer Schwester Pro'kne ourch ein Gewebedas an ihr von Tereus begangene Verbrechen kündbar macht, ist bekannt.Wiefern aber Sophokles in seiner verlorenen Tragödie Tereus diesen Um-stand unrichtig benutzte, wie Aristoteles andeutet, wissen wir nicht."Knebel.

11. An welcher Gemütsbewegung ihn andere erkennen.