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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

Vernunft Widerstreitendes darf nichts in dem Gange der Be-gebenheiten" sein, sondern alles, was derart etwa der tragischeDichter anwendet, muß außerhalb der Tragödie liegen, wie diesz. B. in dem Ö'dipus des So'phokles^ der Fall ist.

8. Da aber ferner die Tragödie eine Darstellung von Per-sonen und Charakteren ist, welche edler und besser sind, als dieMenschen der Gegenwart^, so muß der Dichter es den Meisternin der Porträtmalerei nachthun, die ebenfalls, während sie dieindividuelle Gestalt wiedergeben, die Porträts zwar ähnlich ma-chen, aber zugleich idealisieren.^ So muß auch der Dichter,wenn er Zornmütige oder Leichtsinnige oder Leute mit dem Ge-präge anderer derartiger Charaktereigentümlichkeiten darstellen will,

Weise bist du und siehest das Künftige,

Nicht vorüber ist dir das Vergangene."

14. Zn der Tragödie natürlich.

15. Was hier Aristoteles meint, wird von ihm weiterhin Kap. XXIV,§ 10 , ausführlicher erklärt

16. Ich lese: 7 ! «all' statt des einfachen welches sinnlos

ist. Nie und nirgends hat Aristoteles in der Poetik gesagt:Wir müssendas und das beobachten" statt:der Dichter muß das und das thun".Und obschon kein Ausleger und Herausgeber an diesemWir" Anstoßgenommen zu haben scheint, so halte ich doch diese meine Konjektur unterden Hunderten, mit denen die Aristotelische Poetik heimgesucht worden ist,nicht für die am schlechtesten begründete. Sie stützt sich zugleich auf denAristotelischen Sprachgebrauch, nach welchem es in der Poetik wörtlichheißt (Kap. II, § 1 ):die Darstellenden stellen dar entweder Edlere undBessere als wir oder Schlechtere oder eben-

solche wie wir".

17. Idealisieren oder, wie Aristoteles wörtlich sagt, die porträ-tierten Personen als schönere malen. Die Vergleichung selbst ist vonhöchster Treffkraft. Vgl. Kap. VII, Z 11- Lessing im Lao'koon:Auchdas Porträt läßt ein Ideal zu, doch muß die Ähnlichkeit darüber herrschen.Es ist das Ideal eines gewissen Menschen, nicht das Ideal einesMenschen überhaupt." (Werke IV, S. 382 Lachmann).