Fünfzehntes Kapitel.
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also: daß ein so oder so beschaffener Mensch so oder so sprichtoder handelt und daß gerade diese Handlung auf diese folgt,muß entweder notwendig oder wahrscheinlich sein.
7. Somit ist es einleuchtend, daß auch die Lösungen dertragischen Fabeln aus der Fabel selbst sich ergeben müssen undnicht, wie in der Mede'a, durch Maschinerie oder wie in derJlia'de in der Abfahrtsscene^: vielmehr ist die Anwendung sol-cher (göttlichen) Maschinerie auf alles dasjenige zu beschränken,was außerhalb der dramatischen Handlung fallend entweder derZeit nach vorherging und derart ist, daß es ein Mensch nichtwissen kann, oder der Zeit nach später geschieht und demnacheiner Vorausverkündigung und Meldung bedarf; denn den Göt-tern legen wir die Fähigkeit bei, alles zu sehen. ^ Aber der
12. Aristoteles verlangt überall eine aus der Natur der Sache, d. h.aus dem Wesen des Vorgangs (der Fabel), selbst sich ergebende Lösungder tragischen Fabel. Wenn bei Euripides die Medea sich mit den Lei-chen ihrer gemordeten Kinder auf dem geflügelten Drachenwagen des He'-lios zum Ä'geus rettet und sich der Rache des Vaters und Gatten ent-zieht (Euripides, Medea, V. 1264 und 1288 Elmsley), so ist das eineschlechte, weil rein äußerliche und willkürliche, Lösung der Verwickelung. —Ob das zweite Beispiel auf die Intervention der Athe'ne in Home'rsJliade (II, V. 155 ff.) sich bezieht oder, wie andere meinen, auf den Aus-gang des Sophokle'ischen Philokte't, welches Stück auch den Titel„J'lions Zerstörung" gehabt haben soll, will ich nicht entscheiden, glaubeaber das elftere. Der Tadel des Aristoteles trifft hier nicht den Homer,sondern nur den tragischen Dichter, der eine solche im E'pos erlaubteIntervention eines Lews sx mn'elrilln, eine solche epische Maschineriezur Lösung einer Verwickelung, wie sie in der angegebenen Stelle derHomerischen Dichtung vorkommt, in einer Tragödie anwenden wollte.Wenn die Kritiker der Aristotelischen Poe'tik dies bedacht hätten, so wür-den sie sich viel unnötige Mühe haben ersparen können. Auch Platonnennt (Kra'tylos S. 425 ä) die Lösung durch einen vsus sx rancdiimbei den Tragödiendichtern einen elenden Notbehelf.
13. Jphigenia, die Goethesche, betet zur A'rtemis:
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