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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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128
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128 Aristoteles, Poetik.

Weib im allgemeinen nicht angemessen, daß es tapfer oder ge-waltig sei.°

3. Der dritte Punkt ist die Übereinstimmung des geschil-derten Charakters mit der Überlieferung, denn dies ist etwas an-deres als die Forderung, daß der Dichter den Charakter sittlichangemessen halten soll, wie früher gesagt ist.?

4. Der vierte Punkt endlich ist die Konsequenz. ^ Dennselbst in dem Falle, wenn die Person, welche den Gegenstand derdichterischen Darstellung bildet, inkonsequent ist und dem Dichterihren Charakter als einen solchen vorschreibt, muß dennoch der-selbe konsequent inkonsequent gehalten werden.

6. Tapfer, d. h.männlich" («vogUov). Schon die Sprache isthier belehrend. Aristoteles will sagen, daß z. B. selbst bei einer Mede'a,die doch gewiß in der überlieferten Sage wie in der Tragödie alstapferund gewaltig" erscheint (sit Nscksn korox invietagus, sagt H oraz, Dicht-kunst, B. 123), doch das Weibliche nicht ganz zurücktreten dürfe.

7. Nämlich Kap. IX, § 6, verglichen mit Kap. XIV, § ö. DieCharaktere des tragischen Dichters müssen sich an die fertige und bekannteCharakteristik der Überlieferung halten. Der Ody'sseus, der A'jax in derTragödie müssen den Homerischen so ähnlich sehen (Lsrmov), daß jeder sieerkennt, keiner einen fremden Zug in ihnen wahrnimmt. Also: so we-nig der tragische Dichterdie Fabel selbst auflösen" darf (s. Kap. XIV,K 5), sondern ihr treu bleiben muß in allem Wesentlichen, so muß ersich auch in der Charakteristik an das Gegebene anschließen. Vgl. § 8dieses Kapitels.

8. Von dieser handelt Horatius in seiner Poetik V. 119127.Stetige Einheit mit sich ist das Hauptmerkmal des Charakters imDrama. Aristoteles forderte namentlich die Konsequenz, und wäre esauch die Konsequenz der Inkonsequenz (die Stetigkeit der Unstetigkeit."Bischer, Ästhetik, II, S. 196. Die neuere Romantik hat grund-sätzlich kernlos schwankende, selbst in der Inkonsequenz in-konsequente Charaktere geliebt und war eben darum vorallem durch und durch undramatisch. Wenn der Charakter keinCcntrum hat, wie soll ein klares Verhältnis im Gegensätze der Wechsel-