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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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121
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Vierzehntes Kapitel. 121

ist dagegen seines Amtes, und die überlieferten gehörig zu be-nutzen.

6. Was ich aber untergehörig" verstehe, null ich sofortdeutlicher erklären.

Die Handlung kann nämlich einerseits in der Weise vorsich gehen, wie die alten Dichter darzustellen pflegten, daß dieHandelnden wissen, was, und die Personen kennen, an denen siees thun, gleichwie auch Euri'pides seine Mede'a als Mörderinihrer Kinder dargestcllt hat. Sie kann aber auch so vor sichgehen, daß die Handelnden zwar die That thun, aber daß siesie thun, ohne im Momente der That das Furchtbare derselbenzu kennen, und erst nachher das freundschaftliche Verhältnis ^ er-kennen, wie Sophokles' Ödipus. Dort fällt nun zwar dieThat außerhalb des Dramas, Beispiele aber, wo sie in derTragödie selbst geschieht, sind der Alkmä'on des Asty'damas^oder der Tele'gouos in dem Verwundeten Ody'sseus."

7. Nun ist daneben noch ein dritter Fall möglich, daßnämlich derjenige, welcher im Begriffe ist, irgend eine solche

9. Das zwischen ihnen und denen, welche ihrer That als Opfergefallen sind, obwaltet; wie Ödipns erst später erfuhr, daß der vonihm erschlagene übermütige Mann sein Vater gewesen war.

10. Astydamas hießen zwei tragische Dichter, Vater und Sohn,beide Athener und Verwandte des Äschylos. Über die auch von So-phokles und Enripides behandelte Sage von Alkmäon vgl. Realen-cyklopädie I, S. 314, sowie Knebel zu Aristoteles, Rhetorik, II, 23.Alkmäon tötete in dem von Aristoteles angeführten Stücke des Astydamasseine Mutter, ohne zu wissen, daß sie es sei.

11. Nach Athenä'os war Chäre'mon (s. die Bemerkung zu Kap. I,8 9) der Dichter dieses Stückes, in welchem Tele'gouos, der Sohn desOdysseus und der Ki'rke (Realencyklopädie V, S. 868 fg.), seinenVater tötete, ohne ihn zu kennen. Athenä'os XIII, S. 562 k undS. 608 L.