Vierzehntes Kapitel.
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Lust, welche man von der Tragödie zu fordern hat^, sondern siegehört mehr in den Bereich der Komödie. Denn mögen dort diePersonen in der Fabel auch die heftigsten Feinde sein, wie z. B.Ore'stes und Ägi'sthos, so treten sie doch am Ende des Stückes alsgute Freunde ab, und keiner wird vom andern ums Leben gebracht.
Vierzehntes Kapitel.
I. Es kann nun zwar das Furcht und Mitleid Erregendeaus der Darstellung fürs Auge* gewonnen werden; eskann aber auch aus der Verknüpfung der Begebenheiten selbstentspringen, was das vorzüglichere und die Weise des besserenDichters ist. Denn auch ohne den Sinn des Gesichts ins Spielzu bringen, muß die Fabel so komponiert sein, daß der, welcher
ergründen, was das Publikum wünsche, um ihm sofort die begehrte Kostvorzusctzen. Ähnlichen Erscheinungen begegnen wir in unseren Tagen.Denn während unsere großen Heroen, ein Goethe und Schiller, allein ihreminnern Drange folgend, vielmehr das Publikum beeinflußten, stimmtenund bildeten, als daß sie sich um seine Wünsche und Launen bekümmerthätten, für die ein Goethe noch ein halb Dutzend Werther oder Götze undSchiller noch ebensoviel Stücke im Geschmack der Räuber hätte schreibenmögen, geht jetzt das Streben vieler in dem reinen Boutiguierindustrialis-mus auf, zu bringen, was verlangt wird, und den Wind zu erkunden,woher und wohin er weht, um mit diesem zu segeln.
17. Vgl. Kap. XIV, §§ 2 fg., und Kap. XXVI, § 7.
1. Über diese hat sich Aristoteles bereits oben Kap. VI, § 19 aus-gesprochen. Vgl. auch Lessing, Hamburgische Dramaturgie, Stück 80 (VII,S. 361 Lach mann), der unsere Stelle übersetzt hat. Dem Euripidesmacht Aristo'phancs (in den „Fröschen", V. 1063) dies Wirken durch denGesichtssinn auf die Erregung des Mitleids im Zuschauer zum Vorwurf.Dort sagt Ä'schylos zum Euripides: