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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

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und nicht einen doppelten Ausgang haben muß, wie manche Ästhe-tiker behaupten, und daß der Schicksalswechsel in ihr nicht ausUnglück in Glück, sondern umgekehrt ' aus Glück in Unglück,nicht durch die Bosheit, sondern durch den bedeutenden Fehltritteines Individuums, wie es eben von uns beschrieben worden oderdas eher besser als schlechter ist^, geschehen muß.

5. Einen beweisenden Beleg dafür liefert auch die Ge-schichte der Tragödie. Vordem pflegten die Poeten alle Fabeln,die ihnen vor die Hand kamen, frischweg eine nach der andernzu behandeln." Jetzt aber hält sich die Komposition der schön-

mehr kennen, empfohlen, und gegen sie ist die Pole'mik des Philosophengerichtet. Wir sehen also, daß die Theorie der Tragödie schonvor Aristoteles in der griechischen Litteratur vielfach behan-delt worden war.

9. Diese Beschränkung seiner im vorhergehenden Paragraphen gegebenenDefinition des tragischen Helden ist ebenso fein empfunden als wichtig fürden auf das Ideale gerichteten Sinn der griechischen Tragödie, dem Ari-stoteles huldigt. Übrigens ist stets festzuhalten, daß Aristoteles in diesenBestimmungen immer nur die beste, die vollkommenste s.

KZ 2 und 5), also gleichsam das Ideal einer Tragödie vor Augen hat,wenn er z. B. die Tragödie mit glücklichem Ausgange zu verwerfen scheint.Er schätzte einen Philokte't des Sophokles oder die Taurische Jphigeni'ades Euripides gewiß nicht gering, aber er stellte sie tiefer als einen Ödi-pus und eine Antigone. Wichtig sind hierfür Kap. VII, § 7 und Kap.XI, § 4, aus welchen Stellen man ersieht, daß der Philosoph, der über-haupt nie abstrakt rigoristisch ist, die Tragödie mit glücklichem Ausgangekeineswegs unbedingt verworfen hat. Vgl. auch Bischer, Ästhetik,I, S. 2S9.

1V. Die Übersetzung sucht den leisen Spott auszudrücken, mit demAristoteles hier, besonders in dem von ihm gebrauchten Ausdruckeauf das Verfahren der alten tragischen Poeten vor dergroßen Blütezeit des tragischen Dreigestirns zurückblickt und wobei ereine für uns fast spurlos verlorene Littcratur vor Augen hatte, aus welcher