Dreizehntes Kapitel.
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3. Es bleibt also nur der zwischen diesen beiden in derMitte stehende übrig, o Ein solcher aber ist der, welcher einerseitsohne durch Tugend und Gerechtigkeit alles zu übertragen, an-dererseits doch auch wieder nicht durch Schuld seiner Schlechtig-keit und Bosheit ^ den Umschlag von Glück und Unglück er-leidet, sondern durch irgend einen Fehltritt, und zwar einer ausder Zahl derjenigen, welche sich in hohem Ansehen und Glückebefinden, wie z. B. ein Ä'dipus*, ein Thye'stes und überhauptdie hervorragenden Männer solcher Geschlechter.
4. Damit hängt die Notwendigkeit zusammen, daß diewohlkomponierte tragische Fabel vielmehr einen einfachen ^
Leser an den Rand geschriebene und durch spatere Abschreiber in denText gekommene Erklärung der Worte „jenes" und „dieses" im vor-hergehenden Satze. Wir haben sie daher mit Ritter gestrichen.
6. Nämlich als Erleider des tragischen Glückswechsels und Held derTragödie.
7. Zur Bosheit wird die allgemeine Schlechtigkeit
des Menschen, infolge deren derselbe als ein -Ev; der Gegensatz
des Guten (^abö?) ist, durch seine Handlungen, welche anderen Leid undElend bereiten. — Ebenso wird durch „Tugend und Gerechtig-
keit" die Qualität detz tragischen Helden als Mensch und als Staats-bürger bezeichnet. Nach beiden Seiten hin darf er nicht über das Maßder Menschheit hervorragen.
8. Aristo'teleö kommt hier auf die im achten Kapitel (besonders8 4) betonte Einheit der Fabel, die sich hier auch in der Einheitdes Interesses bewähren soll, zurück, wenn er der tragischen Fabel miteinfachem Ausgange, mit der einen Schicksalswandlung (srercchoXß) desHelden ans Glück in Unglück den Vorzug gibt vor der tragischen Fabelmit doppeltem Ausgange, in welcher die eine Partei durch verdientes Un-glück bestraft und die andere durch verdientes Glück belohnt wird.(Beispiel Ody'sseus und die Freier in der Odyssee'.) Diese letztere Artder Fabel mit doppeltem Ausgange hatten andere Ästhetiker, die wir nicht
* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland ü'ber a'lles.92 ^LangerischeidtscheB. grch. u.röm. Kl. :Bd. 22; Lfrg. 7.^ Aristoteles III. 8