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Aristoteles, Poetik.
tümliche dieser Art von Kunstdarstellung — so ist zuvörderstoffenbar, daß in dem dargestellten Schicksalswechsel weder dietugendhaften Männer aus Glück in Unglück geratend darge-stellt werden dürfen — denn das ist weder Mitleid- noch für t-erregend, sondern empörend — noch die lasterhaften aus Un-glück in Glück, — denn dies ist das untragischste von allem,weil es keines der Momente enthält, auf die es ankommt; eserregt nämlich weder unsere menschliche Teilnahme b, nochunser Mitleid oder unsere Furcht. Ebensowenig darf fernerumgekehrt der durchaus schlechte Mann aus Glück in Unglückgeraten. Denn eine solche Komposition Hütte zwar das Mo-ment unserer allgemein menschlichen Teilnahme, aber wederMitleid noch Furcht. Jenes nämlich hat zum Gegenständeden, der unverdient ^ unglücklich ist, diese den, der unseres-gleichen ist. 5 Ein solcher Ausgang kann daher weder unser Mit-leid noch unsere Furcht erregen.
2. Vgl. Lessing, Hamburgische Dramaturgie, St. 82 (Werke VII,S. 367 ff. Fachmann und unsere Einleitung).
3. „Es ist nicht philanthrophisch", sagt Aristoteles wörtlich undbezeichnet damit jenes allgemeinste Gefühl der Zusammengehörigkeit undTeilnahme von Mensch zu Menschen, welches die Voraussetzung vonFurcht und Mitleid, wie von allen speziellen positiven Affekten der Teil-nahme und Neigung ist. Vgl. Nikoma'chische E'thik VIII, I, 8 3.
4. „Unverdient" sagt Aristoteles, nicht: unschuldig, nicht ohnealle und jede Schuld. Lears Wort:
Zch bin ein Mann,
An dem man mehr gesündigt, als er sündigte!"gibt hier die beste Erklärung neben der Aristotelischen Auseinander-setzung über Mitleid und Furcht im fünften, achten und neunten Kapiteldes zweiten Buches der Rhetorik.
5. Die hier im Texte folgenden Worte: eXcor nepl röv ävAwv,Ls negl rov vuwlo-- sind eine absolut unnötige, von einem müßigen