Dreizehntes Kapitel.
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3. Die Bestandteile der Tragödie, welche für die dichterischeForm notwendig sind, haben wir früher besprochen; was aberden quantitativen Umfang und die spezielle Einteilung betrifft,so sind es die eben genannten.
Dreizehntes Kapitel.
1. Jetzt dürfte es an der Zeit sein, nach dem bisher Ge-sagten zunächst die Untersuchung folgen zu lassen: was derDichter bei der Komposition der Fabel zu erstreben und waser zu vermeiden suchen muß und auf welchem Wege und mitrvelchen Mitteln der Endzweck ^ der Tragödie erreicht werdenkann.
2. Da, wie wir gesehen haben, die Komposition in dervollkommensten Tragödie nicht eine einfache, sondern eine ver-wickelte sein muß, und zwar in der Art, daß sie mitleidswerteund furchtbare Ereignisse darstellt — denn dies ist das Eigen-
Ausnahme von Äschylos' Eumeniden, Vorkommen/' Knebel. Diesezwischen den Choren'ten und den Personen der Tragödie verteilten Gesang-partieen dienen meist dem Ausdruck der Teilnahme des Chors an denLeiden und Entschließungen der Handelnden. Vgl. Witzschel (Realen-cyklopädie, a. a. St., S. 2050).
I. Der Endzweck, d. h. die Aufgabe, welche sich die Tragödiestellt, oder, wie Aristoteles nach seinem Sprachgebrauchs so kräftig be-zeichnend sagt, die „Leistung", das „Werk" Upv-i'ch welches hervorzu-bringen ihr eigentümlich und wesentlich ist. Diese Aufgabe undLeistung ist aber keine andere als die in der Definition der Tragödie(Kap. VI) angegebene: daß der tragische Dichter „durch Mitleid undFurcht die Erleichterung der peinvollen Eindrücke, welche daS Anschaucnsolcher mitleidvollen und furchtbaren Begebenheiten hervorbringt, bewirke::,Laß er durch seine Kunst diese Eindrücke reinigen und idealisieren soll".