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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

der erste Vortrag des ganzen ChorsSta'simon (Standlied)dasjenige Lied des Chors, das keine Anapästen und Trochäenhats, Kommos (zerfällter Gesang) endlich der Klagegesang, anwelchem die Chorpersonen und die Personen der Bühne ^ gemein-sam Anteil haben.

Tragödien häufig mit einem anapä'stischen Syste'm des Chors schließen,so ist zu bemerken, daß solche Partieen nicht als Lieder von Aristotelesangesehen werden, da anapästische Systeme nie gesungen, sondern bloßvom Chorführer gesprochen wurden.

7.Hermann macht darauf aufmerksam, daß Aristoteles das Ein-gangölied den ersten Vortrag (XA;), nicht aber den ersten Gesang desganzen Chors nenne, und leitet dies daher, weil dasselbe zuweilen durchAnapäste, die der Chorführer rezitierte, unterbrochen worden sei, wie z. B.in dem Eingangsliede von Sophokles' Anti'gone. Dadurch eben unter-scheide sich auch das Eingangslied vom stetigen Gesänge (Stasimon),daß der letztere von Anfang bis zu Ende, und zwar vom ganzen Chor,gesungen worden sei und von dieser Kontinuität auch seinen Namenerhalten habe. Es geht aber aus der Definition hervor, daß, wenn invielen Tragödien der Chor schon vor dem Eingangsliede (welches z. B.im Ödipus auf Kolo'nos erst mit Vers 668 eintritt) mit den auf derScene handelnden Personen Rede oder Gesänge wechselt, solche Redenund Gesänge von dem Chorführer vorgetragen wurden." Knebel.

8. D. h. keine anapästischen Systeme und keine trochäischen Tetrw-meter, weil diese eben nicht gesungen, sondern gesprochen wurden.

9.Der Chor der griechischen Tragödie hatte seinen Platz in derOrche'stra, welche tiefer als die Bühne lag, auf der nur die handeln-den Personen der Tragödie erschienen. Man hat sich also hier einenGesang zu denken, in welchen sich die Agierenden und der Chor teilten.Wenn nämlich in der Regel die handelnden Personen nicht sangen, sondernsprachen, so ging doch an leidenschaftlich bewegter Stelle ihre Rede införmlichen Gesang über, in welchen denn auch gewöhnlich der Chor sichzu mischen pflegte. So entstand der Klaggesang (der Ko'mmos), der-gleichen in allen uns erhaltenen griechischen Tragödien, mit einziger