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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Sechstes Kapitel.

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13. 14. Dazu kommt, daß die bedeutendsten Stücke, durchwelche die Tragödie ihren Einfluß auf das Gemüt übt, Teile derFabel sind, nämlich die Glücksumschläge und die Erkennungen.^Ein fernerer Belag für unsere Ansicht ist der erfahrungsmäßige Um-stand, daß die Anfänger im Dichten viel früher im stände sind, mitdem sprachlichen Ausdruck und mit Charakterschilderungen fertig zuwerden, als die Thatsachen zu verknüpfen, wofür denn auch die frühe-sten ^ (tragischen) Dichter fast durch die Bank als Beispiel dienenkönnen. Also noch einmal: der Grundbestandteil und so zusagen die Seele der Tragödie ist die Fabelt erst in zwei-ter Reihe kommen die Charaktere.

15. Ähnlich ist es ja auch bei der Malerei. Denn wenn einerhier in seinem Gemälde die schönsten Farben planlos auftrüge,würde er sicherlich nicht dieselbe wohlgefällige Wirkung hervor-

17. Über beide handelt das elfte Kapitel der Poetik.

18. Ritter erklärt oi TrpLroi narrst durch:alle Dichter bei ihrenersten Versuchen", was nicht sprachgemäß ist. Vgl. auch Müller, Ge-schichte der Theorie der Kunst, II, 157.

19.Kein Werk der Kunst ist so ganz Komposition wie dasDrama, denn in keinem wird aller Stoff so durchgearbeitet und allesEinzelne so ganz und straff in einen Zusammenhang gerückt, worines seine ganze Bedeutung durch die Beziehung zum andern hat. Dasist die weitere spezifisch künstlerische Bedeutung des Aristotelischen Satzes:daß in der Tragödie nicht die Menschen, sondern die Zusammenstellungder Begebenheiten, die Behandlung des Mythus, d. h. der Fabel, dieHauptsache sei." Bischer a. a. O. S. 1395, Anmerk, zu § 902.Daß Aristoteles bei der Tragödie das Hauptgewicht auf die Verknüpfungder Begebenheiten legt, heißt recht den Nagel auf den Kopf getroffen."Schiller an Goethe, Briefwechsel III, S. 100. Daher pflegte dergroße Dramatiker Menander zu sagen:Meine Komödie ist gemacht, dennich habe die Ökonomie der Komposition fertig." Pluta'rch, Vom Ruhmeder Athener, Kap. 4.