Fünftes Kapitel.
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Fünftes Kapitel
1. Die Komödie ist, wie wir bereits sagten eine Nachahmungschlechterer Charaktere, doch, wohlgemerkt, nicht in dem Sinne absolu-ter Schlechtigkeit 2 , sondern von dem hier in Rede kommenden Häßlichengehört ein Teil in das Gebiet des Lächerlichen. ^ Das Lächerliche istnämlich irgend ein Fehler und eine Häßlichkeit, die keinem wehe thutund nichts Verderbliches in sich hat; wie, um gleich das nächste Bei-spiel zu nehmen, die lächerliche Maske etwas Häßliches und Verzerrtesist, ohne Schmerz auszudrücken. ^
2. Die verschiedenen Entwickelungsübergänge derTragödiesowiedie Dichter, durch welche dieselben herbeigeführt wurden, sind, wie wirgesehen Habens kein Geheimnis geblieben; der Entwickelungsgang derKomödie dagegen blieb ein solches, weil man an derselben anfangskein wesentliches Interesse nahm. Selbst einen Chor der Komödengab erst spät zuweilen der A'rchon her, vielmehr waren es Frei-
1. Bgl. das vorige Kapitel, § 7, und Kap. II, § 4.
2. D. h. nicht in seiner drohenden Spitze alsBöses darf das Schlechtegefaßt sein. S. Vis cher, Ästhe'tik, I, S. 344 und 349. Ebenso P l a't 0 nim Phile'bos S. 49 ff.
3. D. h. das Lächerliche ist der Mittelpunkt der Komödie, und zwardas, welches eine Art des Häßlichen ist, das, als in sich selbst widersprechend,verunstaltet. Vgl. Biese, Die Philosophie des Aristoteles, II, 696 fg.;342; 658; Aristoteles, Nikoma'chische E'thik, IV, 14.
4. Eine komische Maske mit dem Ausdrucke des Schmerzes wärenicht mehr eine solche, weil sie aufhörte, lächerlich zu sein. Denn Schmerzist nie lächerlich. Vgl. Schlegel, Vorschule der Ästhetik, I, 134; Bischer,
a. a. O., S. 344; 367.
5. Dies „wie wir gesehen haben" liegt in der Partikel oöv.
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