Viertes Kapitel.
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gar manchen Städten bräuchlich sind, so gewann sie allmählich anUmfang und Bedeutung, indem man das, was sich als ihre Eigen-tümlichkeit nach und nach herausstellte, weiter ausbildete; und nachdemsie viele Veränderungen durchgemacht hatte, blieb die Tragödie stehen,da sie endlich die ihr eigentümliche naturgemäße Gestaltung gewonnenhatte."
13. Was nun die jetzige Anzahl der in ihr auftretenden Schau-spieler betrifft, so führte sie von einem auf zwei zuerst Ä'schylos*der zugleich die Chorpartieen verringerte und dem Dialo'g die ersteStelle gab, während So'phokles es war, welcher drei Schauspielerund die Dekoration der Bühne einführte.
Otfried Müller, Dorer II, 347ff. Vgl. Duncker, Geschichte des Alter-tums, IV, S. 333 ff.
II. Die von Aristo'teleS angedeuteten Veränderungen und Entwickelungs-stufen der griechischen Tragödie sind folgende: a. Urälteste Form: DieImprovisationen der Exarcho'nten des Dithyramibus und des aus fünfzigSa'tyrmasken bestehenden Ba'cchischen Chors, d. Das Drama des The's-pis, der den Chorführer in einer Charaktermaske abwechselnd mit dem Choresprechen und agieren ließ, jedoch noch immer in der alten scherzhaften Weiseund wahrscheinlich in trochä'ischen Tetra'metern. Aus der uralten Feierdes Diom/sos war ein Orato'rium mit Rezitati'ven geworden, aus demChorgesange ein lyrisches Drama mit mimischer und Tanzdarstellung,o. Thespis' Nachfolger, Phry'nichos und Chö'rilos, überschritten den Kreisder Dionysischen Mythen und wählten Sujets aus der übrigen Götter-und Heldensage, ja selbst aus der Geschichte; und Phrynichos stellte demChorführer einen Sprecher zur Seite; Beginn des Dialogs. Doch bliebdas Chorlied noch immer die Hauptsache, ä. Erst Äschylos, der einenSprecher einführt, kehrt das Verhältniß um, indem er den dialogischenTeil zur Hauptsache macht und zugleich den jambischen Tri'meter alsGesprächsmetrum, sowie die angemessene Kostümierung der auftretendenPersonen einführt, s. Sophokles endlich vollendet die Formen der Tra-gödie, indem er zuerst drei Schauspieler in einer Scene auftreten läßtund die der Scene angemessene Dekoration der Bühne einführt.
* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland ü'ber a'lleS.02 li-mz!»ichi>disch,B.g-.u.-dm.IN.: Bd.22; Lfrg.ks Aristoteles III. 6