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Aristoteles, Poetik.
behandelte. Denn der Margites steht ganz so im Verhältnis zu denKomödien, wie die Z'lias und Odyssee' zu den Tragödien.
10. Nachdem nun aber die Tragödie und Koniödie hervorge-treten war, da wurden diejenigen, welche ihr Naturell zu einer oderder andern von diesen beiden Hertrieb, hier, statt der Dichter von Spott-liedern, Komödiendichter, dort, statt epischer, Tragödiendichter, weildiese neuen Dichtungsformen bedeutender und geschätzter waren, alsjene früheren.
11. Die Untersuchung freilich, ob die Tragödie in ihren ver-schiedenen Arten bereits ausreichend entwickelt sei oder nicht, sowohlin Hinsicht auf ihr inneres Wesen als in bezug auf die theatralischeDarstellung, gehört einer andern Untersuchung an."
12. Während nun also die Tragödie selbst und ebenso auchdie Komödie von Anfang an improvisatorischer Art waren, und zwarso, daß jene von den Vorsängern des Dithyrambus, diese von denender Pa'llusliederausging, welche letzteren auch heutzutage noch in
ö. Die Tragödie, sagt Aristoteles, ist historisch die letzte Entwickelungs-form der Poesie; ob sie absolut die letzte und in jeder Beziehung vollkom-menste sei, das sei eine andere Frage, die er hier ebennur andeutet (dahin gehörtz. B. die Frage, ob es möglich sei, mehr als drei Schauspieler zugleichanftreten zu lassen,) und um die uns vielleicht der Exzerptor der Aristo-lischen Poetik gebracht hat. Doch zeigt die ganze Fassung der Frage, daßAristoteles sie nicht unbedingt mit Ja beantwortet haben wird. Vgl. Ber-nays S. 185.
10. Die Lieder, welche man bei den Prozessionen sang, in welchenein Phallus, d. i. die Nachbildung eines männlichen Gliedes, als Symbolder zeugenden Naturkraft umhergetragen wurde. Vgl. Realencyklopä-die V, 1425 fg. — Der Dithyrambus ist bas uralt heilige Lied zur Feierdes Diony'soskultus, dessen Inhalt die Leiden des Gottes bildeten. DerVorsänger (Exa'rchon) des Dithyrambus trug die erzählenden Partieen vor,während der Chor unter seiner Leitung das Feierlied sang. Näheres überdiese Uranfänge der Tragödie findet man in der Realency klopädie VI,2, S. 2041—45. Über die der Komödie ebend. II, S. 568 ff. und