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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Erstes Kapitel.

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elfteren mit Fug und Recht Dichter nennt, den anderen aber vielmehreinen Naturforscher als einen Dichter.

9. Gleichermaßen, wenn selbst jemand alle Versmaße insge-samt in bunter Mischung für seine dichterische Darstellung anwen-dete wie seiner Zeit Chäre'mon seinenKentauren" dichtete,eine aus allen möglichen Versmaßen bunt gemischte Rhapsodie',würde man ihn ebenso Dichter nennen müssen. Soviel hiervon.

10. Nun gibt es ferner einige Gattungen, welche alle die vor-genannten Mittel, ich meine Rhythmus, Melodie und Metrum inAnwendung bringen, wie die dithyrambische Poesie, die No'men-poesie" und endlich die Tragödie und Komödie, wobei nur der Un-terschied statt findet, daß die einen sie alle zugleich, die anderen sienur einzeln und nacheinander gebrauchen.

10. Chäremon war ein dramatischer Dichter, von dem außer einigenFragmenten bei Athenä'us nichts erhalten ist. Wie es scheint, war er einZeitgenosse Plato'S. SeinenKentauren" nennt Athenäus (XIII, 608)einpolyme'trisches Drama". Es scheint ein episch-lyrisch-dramatischesAllerlei gewesen zu sein,ein verzweifelter Versuch, das Epos, welches inseiner reinen Form und Bildung aus dem Leben der Zeit verschwunden war,durch rücksichtslose Verschmelzung mit den übrigen Kunstelementen wiedergeltend zu machen" (Ulrich Geschichte der hellenischen Dichtkunst, I, 520).Aristoteles charakterisiert seine Dramen an einer anderen Stelle (Rhetorik I,12 und II, 23) als recht eigentliche Lesedramen, die zu seiner Zeit sehrbeliebt gewesen zu sein scheinen. Witzige Reflexion, feine Schilderungund korrekte Diktion scheine» das Gebiet gewesen zu sein, auf dem er amstärksten war. Daß er aber jedenfalls auch dichterische Begabung be-saß, geht schon aus der Art hervor, wie Aristoteles hier seiner gedenkt.

11. Über dieNomen", d.h. religiösen Gesänge mit Zitherbegleitungund mimisch-rhythmischen Tänzen zu Ehren des Apo'llo, wie über dieDithyramben, die sich auf den Ba'cchuskult bezogen, s. Aristoteles, Pro-bleme XIX, S. 918b, 13; S. 919d, 33; Ulrich Geschichte der hellenischenDichtkunst, T. II, S. 150 ff.