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Aristoteles, Poetik.
Namen zu benennen und ebensowenig mit demselben die Fälle zubegreifen, wo einer die nachahmende Darstellung in Tri metern, inelegischen oder in irgend welchen anderen ähnlichen Versmaßen bewerk-stelligt. Der gemeine Sprachgebrauch der Menschen freilich setzt dasVersmaß mit dem Worte „dichten" zusammen und spricht hier von„Di'stichendichtern", dort von „Hexa'meterdichtern", wobei er nichtdie Nachahmung als das wahre Kriterium der Dichter, sondern nurganz oberflächlich das spezielle Versmaß im Auge hat.
8. Denn man pflegt diese Benennungen auch auf diejenigenanzuwenden, die etwa einen Gegenstand der Heilkunde oder derTonkunst metrisch behandeln. Und doch haben Home'r und Empe'-dokles o nichts gemein außer das Me'trum. Daher man wohl den
nach Italien verpflanzt wurden. Einem Mimus des Sophron sind z. B.die „Adoniazn'sen" Theokrills nachgebildet. Die Treue und Originalitätund die feine Kunst der Darstellung gaben diesen Dichtungen, obschonsie des Versmaßes entbehrten, vollen Anspruch auf den Wert und Namender poetischen Schöpfungen (vergl. Pauly, Realencyklopädie, Bd. V,S. 33 — 35); und Plato wußte sie zu schätzen, da er sie nach Athenverpflanzte und zur Färbung seiner Dialoge benutzte. Sophrons Sohn,der hier genannte Xenarchos, war gleichfalls Mimendichter. Vgl.Bernays S. 186 fg.
9. Daß, im Gegensätze zu dieser rein theoretischen Sonderung, Ari-stoteles für das „Dichterischgroßartige", ja „Homerische" in Empedokles'Sprache und Ausdrucksweise wohl Sinn hatte, sehen wir aus einer vonDio'genes Laelltius (VIII, 57) aufbehaltenen Stelle seines verlorenenWerkes „Von den Dichtern". Vgl. Ulrici a. a. O. I, 525... „OhneFabel und Erfindung", sagt Plutallch (Über das Anhören der Poeten,Kap. 2) „gibt es keine Poesie. Die Gesänge des Empedokles und Par-me'nides, das Gedicht des Nika'uder über die Tiere und die Sprüche desTheo'gnis sind Darstellungen, welche von der Poesie die erhabene Aus-drucksweise und das Silbemnaß entlehnt haben, wie man einen Wagenentlehnt, um das Zufußegehen zu vermeiden."