66 Aristoteles, Poetik.
darin zusammen, daß sie im ganzen genommen nachahmende Dar-stellungen ^ sind.
3. Sie unterscheiden sich aber von einander durch drei Dinge;entweder nämlich sind die Mittel, durch welche sie nachahmen,verschiedener Natur, oder die Gegenstände sind andere, oder dieArt und Weise der Nachahmung ist eine andere und nicht diegleiche.
4. Wie nämlich einige teils durch Farbe, teils durch Zeichnungden großen Bereich der Gegenstände nachahmen, deren Abbilder sieliefern, andere dagegen durch ihre Stimme — seien sie nun Künst-ler oder Dilettanten^ —, so vollführen auch in den oben namhaftgemachten Künsten alle insgesamt zwar ihre Nachahmung in Rhyth-mus, Wort und Harmonie, so jedoch, daß diese Darstellungsmittelentweder gesondert oder verbunden in Anwendung kommen. Sozum Beispiel nur Harmonie und Rhy'thmus allein bringen bei ihrerLeistung in Anwendung die Auletik und die Kitharistik und wassonst noch von solchen zu derselben Art gehörenden anderen Künstenexistiert, wie z. B. die Kunst des Syri'ngenspiels.
lebhaft erklärte. S. Müller I, 94. Zu Aristoteles' Zeit war dieseneuere uachahmende Musikrichtung, wie wir sehen, die herrschende. Diealte einfache schlichte Art, die Instrumente zu behandeln, bei welcher dasSpiel zwar nicht des Charakters entbehrte, aber doch eine dramatischeNachahmung von Handlungen und Vorgängen keineswegs bezweckte, warin der Minorität.
8. Über den Begriff der Nachahmung siehe die Einleitung.
4. Ich habe die Worte: „andere — Stimme" umgestellt. In denHandschriften folgen sie nach „Dilettanten".
5. Also, wie wir sagen würden: „Die-gesamte Instrumental-
musik." Müller, Geschichte der Theorie der Kunst bei den Alten, II,S. 7. Das Spiel auf der Sy'rinx, der ländlichen Schalmei der Alten,ward im vv^.o; Lei den Jffthmischen Spielen geübt. Stra'bo
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