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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Einleitung. Viertes Kapitel.

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auch die Erfahrung einen sehr bedeutungsvollen Beleg. Dennwo nur Euripide'ische Stücke bei den Festwettkämpfen ansden Bühnen zur Darstellung kommen, da erklärt das Publikumdieselben allemal vorausgesetzt daß sie gut dargestellt werden,

für die am meisten tragischen, und Euripides giltihm trotz aller sonstigen vielfachen Mängel in dem innerenBaue seiner Tragödien doch immer jedenfalls für dentragischsten Dichter." Schon diesjedenfalls" (7-), welchesden Superlativ des Vorzugs auf eine einzige Eigenschaft,auf das spezifisch Tragische (rp«7lx<ür«r6; 7c) im Sinnedes Aristoteles, d. h. im Sinne des ergreifenden unglück-lichen Ausganges seiner Dichtungen beschränkt, hätte diejenigenstutzig machen sollen, welche, wie Voltaire und seine Nach-beter, diese Stelle so verstanden, als erkläre Aristoteles denEuripides schlechthin für den größten tragischen Dichter;

ganz abgesehen davon, daß Aristoteles selbst hier garkein Urteil fällt, sondern nur das Urteil des Publikumsseiner Zeit anführt, welches aber auch nur in einem be-stimmten und beschränkten Punkte dem Euripides den Vor-rang einräumte.

Dies Urteil des Publikums, das Aristoteles mit dennötigen Modifikationen zu dem seinigen macht, müssen wirnoch heute richtig finden. Kein Dichter regt durch die Kon-flikte und Schicksale seiner Helden so im Innersten und miteiner so leidenschaftlichen Gewalt die Seele des Hörers undZuschauers auf wie Euripides, von dem Bernays mit Rechtsagt:Man denke über ihn wie man wolle, sittlichen undkünstlerischen Frieden wird man in ihm selbst so wenigwie in seinen Tragödien finden können; vielmehr eine Wollust