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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Einleitung. Drittes Kapitel.

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gerückt, wo wir nur die einzelnen Fäden unserer Darstellung ver-bindend zus amm enznfassen haben, um den Weg aus einer Unter-suchung zu finden, die seit Jahrhunderten unter den Händen zahl-loser Erklärer zu einem wahren Labyrinthe geworden schien.

Zunächst steht fest, daß die Wirkung der Tragödie, vonwelcher Aristoteles spricht, eine sittliche und sittlich bil-dende sein muß.

Es steht ferner ebenso fest, daß Aristoteles im diame-tralen Gegensätze zu Platon, der die Erregung von Mitleid(und Furcht) in der Tragödie derselben zum Vorwurfemacht, weil eine solche Erregung verweichlichend und demo-ralisierend auf den Zuhörer wirke, seine versittlichende Wir-kung der Tragödie gerade umgekehrt auf die Erregung dieserEmpfindungen, auf die Eindrücke des Mitleids und derFurcht baut, welche wir durch die Tragödie empfangen.

Es steht endlich drittens fest, daß nach Aristoteles dieBegriffe der Notwendigkeit oder Wahrscheinlichkeit in dentragischen Charakteren wie in der Handlung der Tragödie,verbunden mit den Begriffen der Verschuldung und der ausihr für den Helden hervorgehenden tragischen Folgen, dieSeele der Tragödie bilden, welche diesen Namen verdient;daß dies e Elemente, welche zuletzt in den Begriff der Gerech-tigkeit ausmündeu, die Teilnahme des Zuschauers und Zu-hörers wesentlich bedingen und daß aus ihnen die Befrie-digung hervorgeht, welche die Tragödie gewähren soll.

Sind diese Sätze auf richtigem Verständnis der Ansichtendes Aristoteles über die Tragödie begründet, so ergibt sichdas aus ihnen folgende Resultat für die von ihm als Wirkungder Tragödie ausgesprocheneKatharsis", für die Reinigung