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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

gödie eine Schuld, einFehl", und zwar ein bedeutender,Ursache sei von dem Unglücksausgange des tragischen Helden,den wir als einen notwendigen begreifen sollen. Undwenn er daneben doch auch wieder ideale Haltung und Er-habenheit der Charaktere und Gestalten der Tragödie überdas gemeine und alltägliche Maß sittlicher Größe ^ fordert,so thut er dies in der richtigen Ansicht, daß sittliche Erhaben-heit im Unglück mehr als alles Andere unser Mitgefühlsteigert, während sie zugleich durch ihre Kraft erhebendauf unser Gemüt wirkt. ^ Und hier hat Aristoteles sogarden Begriff der Erhabenheit der Kraft in dem Bösen nichtunbemerkt gelassen, wenn er an den Begriff der Notwen-digkeit einerseits und der Schuld andererseits den Begriffder tragischen Gerechtigkeit mit den inhaltschweren Wortenknüpft:Wenn der tapfere und heldenhafte aber ungerechteMann trotz seiner Heldenhaftigkeit und Tapferkeit besiegt,wenn der Kluge aber Schlechte trotz seiner Klugheit dochzuletzt betrogen wird, das ist tragisch und erregt unseremenschliche Teilnahme." Damit können Shakespeare's Macbethund Richard der Dritte sehr wohl bestehen; und Lessing wirddiese Stelle nicht unbeachtet gelassen haben, als er den kühnenAusspruch that, er finde Shakespeare durchaus mit Aristo-teles in Übereinstimmung.

So wären wir denn der endlichen Feststellung derWirkung, welche die wahre Tragödie letztlich als Resultat indem Zuhörer Hervorbringen. soll, bis zu dem Punkte nahe

33. rs rs -/cipovo;: Poetik XIII, 4; XV, I.

34. Aristoteles, Rhetorik, II, 8 am Ende; Nikoma'chische Ethik I, 10.