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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

sei." Dieser tiefsinnige Ausspruch des alten Denkers, welchender französische Übersetzer und Erklärer der AristotelischenPoetik, BarthÄemy de Saint-Hilaire, so wenig verstandenhat, daß er ihn zur Ehrenrettung der Geschichte eigenswiderlegen zu müssen glaubte^", gilt nun nach Aristotelesim höchsten Maße von der höchsten Form der Poesie, vonder Tragödie. Denn ihr wichtigstes Gesetz ist nach seiner Ansichtdie innere Notwendigkeit oder doch die innere Wahr-scheinlichkeit des in ihr Dargestellten, der Charaktere sowohlwie des Ganges der tragischen Handlung.In den Cha-rakteren", sagt er,muß ebenso wie auch in der Verknüpfungder Thatsachen (d. h. in der Komposition der Handlung) derDichter immer entweder auf das Notwendige oder auf dasWahrscheinliche ausgehen; daß also ein gewisser Mensch ge-wisse Dinge sagt oder thut, muß entweder notwendig oderwahrscheinlich sein, gleichwie notwendig oder wahrscheinlichgerade diese Handlung auf diese folgen muß. Daraus leuchtetein, daß auch die Lösung der tragischen Fabel aus dieserFabel selbst hervorgehen muß und nicht äußerlich heran-gebracht werden dars."^

Damit tritt als Hauptfrage die Frage nach der tra-gischen Schuld in den Vordergrund. Diese Frage verlangteine um so schärfere Beachtung, da aus ihrer richtigenBeantwortung sich das innerste Wesen der tragischen Katharsis,der Wirkung der Tragödie im Aristotelischen Sinne unserschließen muß.

30. koStiqus ä'Lristoto, Paris 1858, Vorwort S. XNIV bis XINX.

31. Poetik XV, 6-7; IX, 1-6.