Einleitung. Drittes Kapitel.
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hüllung des Abgrundes, in den er gestürzt ist, wir könnenuns an Sprache und Spiel einer Mede'a, die ihre Kindergemordet hat, auf der Bühne oder bei der Lesung sogar be-wundernd erfreuen, — erfreuen, eben weil die Darstellungdes Dichters und die Aktion des Schauspielers so ganzWahrheit und Wirklichkeit eben nur scheint, währendSchauder und Abscheu uns vernichtend ergreifen würden,ständen wir solchen Semen und Menschen in der realenWirklichkeit gegenüber.
So wird also schon von vom herein alles rein Stoff-liche von der Wirkung des Kunstwerks auf unsere Empfin-dungen eben durch die Kunst selbst entfernt, und ganz ab-gesehen von allen anderen Gründen befinden wir uns demKunstwerke gegenüber in einer Welt des schönen Scheins,die das Pathologische der Realität und ihrer Wirkung ausunser Gemüt nicht aufkommen läßt. Schon dadurch wirddas Lustgefühl das wir beim Anblicke des Kunstwerks
als solches empfinden, vorwiegen über das Gefühl der Unlust,das uns etwa der Gegenstand, der Inhalt desselben, ein-slößen könnte.
Doch zurück zur Tragödie. Hier erinnern wir unsan das berühmte Wort, welches Aristoteles von der Poesieüberhaupt und ihrem Verhältnisse zur geschichtlichen Wirk-lichkeit ausgesprochen hat: daß sie philosophischer undgehaltvoller sei als die Geschichte^, weil sie es mitdem Allgemeinen, Notwendigen, Ewigen zuthunhabe, währenddie Geschichte an das Besondere, Zufällige, Zeitliche gebunden
2ff. Poetik IX, 3 Ritter: ««i cmooEv'rcpvv
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