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Aristoteles, Poetik.
hinsichtlich der Tragödie das Schicksal so ziemlich alles hatgönnen wollen", — für den aufmerksamen Leser deutlichgegeben.
Erinnern wir uns zunächst an dasjenige, was Aristo-teles im vierten Kapitel der Poetik^ über den ästhetischenUnterschied in der Wirkung von Schein und Wirklichkeit,von Realität und bewußter Nachahmung derselben durchdie Kunst, gesagt hat. Das Werk der Kunst, sagt er, istdarum für den Betrachter vorwiegend erfreulich, weil eseben nur den der Realität täuschend nahekommenden Scheindieser Realität vor uns hinstellt. „Dieselben Gegenstände,welche wir in ihrer natürlichen Realität mit Unlustanschmren, z. B. häßliche Tiere und selbst Leichname, sehenwir gerade in ihren gelungensten Abbildungen mit Vergnügen."Aristoteles spricht dort zwar zunächst nur von der bildendenKunst; aber da alle Kunst, auch die Poesie, nach seinerTheorie als Nachbildung (als ^>7,--?) anzusehen ist, so giltdies Gesetz von der ideellen Natur des Kunstwerks auch fürdie Poesie und für die Tragödie. Die schmerzlichen Ein-drücke (xüTiii), welche wir beim Anschauen nnd Hören der Tra-gödie empfinden, verlieren durch das nie ganz in uns er-löschende Bewußtsein, daß wir uns nicht der realen Wirk-lichkeit, sondern nur ihrem künstlerisch hervorgebrachtenScheine gegenüber befinden, schon den größten Teil ihrerstofflichen Furchtbarkeit und Gewalt, und wir können unsz. B. an dem Helden, der den Todesstreich empfängt, oderbei einem Ödipus in dem Momente der furchtbaren Ent-
28. Poetik IV. 2-6.