Einleitung. Dritten Kapitel.
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Also: ein Gefühl der Befriedigung (eilt Lustgefühl,als Resultat entspringend aus den Empfindungenund Eindrücken (nc-s^-rin) von Mitleid und Furcht, welcheder Dichter durch seine Darstellung der Thaten und Leidendes tragischen Helden in uns hervorrnst — das ist nachAristoteles* das „Werk", die Aufgabe und Leistung derTragödie. Dieses Lustgefühl der Befriedigung uns zu ver-schaffen ist die Pflicht, die Aufgabe des tragischen
Dichters, und die Lösung dieser Aufgabe bewirkt zugleichdie Katha'rsis, die Läuterung und Reinigung derin uns vom Dichter hervorgerufenen schmerzvollenEmpfindungen (des Mitleids und der Furcht),diese Läuterung, welche nach Aristoteles' Definition die Tra-gödie als Endergebnis und Abschluß in dem Zuhörerzu stände bringt.
Noch immer aber fehlt uns ein Letztes zum volle»Verständnisse der Aristotelischen Katharsis. Es fehlt unsdie Antwort auf die Frage: Wie bringt es der Dichterzu Wege, daß er durch seiue Darstellung, welche in uns dieleidvollen Empfindungen von Mitleid und Furcht wach ruft,indem sie uns mit den leidenden Helden leiden, für sein furcht-bares Schicksal fürchten macht, — wie bringt es, fragen wir,der Dichter zu Wege, daß er durch eben diese Darstellung, stattBetrübnis und Schmerzempfindung vielmehr das Gegen-teil, Lustgefühl und Befriedigung, in uns überwiegen macht?
Indessen auch auf diese Frage ist uns der große Denkerdie Antwort nicht schuldig geblieben. Wir finden sie in derPoetik, von der uns, wie schon Lessing bemerkt hat, „wenigstens
* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland n'ber a'sses.S2 ssangenscheldtsche B.gr.u.röm.Kl.; Bd. 22; Lfrg.bH. Aristoteles III. 4