Einleitung. Drittes Kapitel.
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Glück, die Bösen dagegen aus Glück in Unglück geraten.„Diese Kompositionsweise," sagt er — und man sieht deutlich,daß er hier diejenigen anzapft, Dichter wie Philosophen,welche die Tragödie zur nackten Moralpredigt, das Theaterzum moralischen Korrektionshause machten — „gilt als dieerste wegen der Schwächlichkeit des Publikums, welcher sichdie Poeten akkommodieren. Aber diese Befriedigung (^°°^),welche wir empfinden, wenn die Guten schließlich für ihreLeiden belohnt und die Schlechten für ihre Übelthaten bestraftwerden, ist nicht diejenige, welche die Tragödie gewährensoll, sondern ist vielmehr der Komödie eigen." Damit sindwir zugleich mit einem Schlage dem trüben Dunstkreise jenergemeinen moralischen Lehrtendenz der tragischen Poesie ent-hoben, nach deren Theorie uns die Tragödie durch die Leiden-schaften und Fehler ihrer Helden bessern soll, indem sie unsdieselben als warnende Beispiele vorhält. An die Jämmer-lichkeit einer solchen Wirkung durch die erhabene Kunst derTragödie hat der tiefsinnigste der alten Denker mit seinerLehre von der Katharsis der Empfindungen des Mitleidsund der Furcht nicht gedacht. Er selbst sagt uns das, sowie er es uns sagt, daß diese Ansicht viele seiner Zeitgenossenbeherrschte, wie wir dieselbe denn auch getrost als den Keimder Platonischen Lehre von der Wirkung der Tragödie an-nehmen dürfen. Es ist dieselbe Lehre von der poetischenMoralgerechtigkeit, in welcher:
„Der Poet ist der Wirt und der letzte Actus die Zeche;
Wenn sich das Laster erbricht, setzt sich die Tugend zu Tisch?'
Welches ist nun aber die der Tragödie eigentümlicheaffirmative Lustempfiudung, die vorzugsweise durch sie nach