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46 Aristoteles, Poetik.
Engel und Teufel, wie wir sagen würden,) in der Mittesteht. Ein solcher aber ist derjenige, der, während er einer-seits weder durch Tugend und Gerechtigkeit über der Mensch-heit steht, doch andererseits auch wieder nicht durch Schlechtig-keit und Verruchtheit aus Glück in Unglück gerät, sonderndurch irgend einen Fehltritt; und zwar einer von denen, diein großem Ansehen und Glücke sich befinden, wie Ö'dipusund Thye'stes und andere hervorragende Männer solcher vor-nehmen Geschlechter." Über den „Fehltritt" d. i.
die tragische Schuld), der das Schicksal des Helden herbei-führe, bemerkt Aristoteles dann weiterhin, daß derselbe jeden-falls nicht unbedeutend sein dürfe, daß er vielmehr wesentlichins Gewicht fallen^, daß aber der tragische Held selbst dochin der Stufenleiter zwischen ausgezeichneter Vortrefflichkeitund überwiegender Schlechtigkeit „eher höher als niedrigerstehen müsse".
„Diese Art der Tragödie also," fährt Aristoteles fort,„deren Komposition ich soeben beschrieben habe, ist, mit demMaßstabe des Begriffs der Kunst gemessen, die schönste." Ermeint diejenige, in welcher der Held, ein Mensch, wie er ihnso eben geschildert hat, ein Wesen, in welchem wir unseres-gleichen erkennen, durch irgend einen bedeutungsvollen Fehlaus Glück in Unglück gerät. Dagegen verwirft er jene zweiteArt der tragischen Komposition, welcher andere Ästhetiker,wie er hinzusetzt, den ersten Rang anwiesen, diejenige nämlich,deren Gang so äbschließt, daß die Guten aus Unglück in
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