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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Einleitung. Drittes Kapitel.

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Wir haben gezeigt," sagt er,daß die Verknüpfungder Thatsachen, die Sy'nthesis, die Komposition der Handlungin der ästhetisch vollendetsten Tragödie nicht einfach, sondernverwickelt sein muß, so wie daß die Tragödie Darstellungfurchtbarer und mitleiderregender Vorfälle ist, denn" zumdritten Male schärft der Philosoph dies eindenn diesist das Eigentümliche dieser Kunstgattung. Ans diesen beider:Bestimmungen ergibt sich zunächst, daß in der Tragödieweder absolut tugendhafte Männer^, aus Glück in Unglückgeratend, vorgestellt werden dürfen, dein: das ist wederFurcht noch Mitleid zu erwecken geeignet, sondern bloß gräßlich noch Nichtswürdige aus Unglück in Glück, denn das istdas alleruntragischste. Ein solcher Fall hat nämlich garnichts von dem, was ein tragischer Fall haben soll, denn ererregt weder unsere allgemeinmenschliche Teilnahme, nochunser Mitleid, noch unsere Furcht. Drittens darf auch nichtder absolut Schlechte aus Glück in Unglück geraten; denneine solche Komposition kann zwar wohl möglicherweise unsereallgemeinmenschliche Teilnahme in Anspruch nehmen, aberweder Mitleid noch Furcht in uns erwecken. Dem: unserMitleid gilt dem, der sein Unglück nicht voll verdient,während unsere Furcht einen Gegenstand verlangt, der unseres-gleichen ist; darum ist ein solcher Ausgang in der Tragödieweder unser Mitleid noch unsere Furcht zu erwecken geeignet.Es bleibt also nur noch als tragischer Held ein solcherübrig, der zwischen jenen beiden (d. i. zwischen demdurchaus Tugendhaften und dem durchaus Schlechten, zwischen

25. Dies geht gegen Platon. S. unten.