Einleitung. Drittes Kapitel.
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Verständnis dieses Teiles der Definition zu vollkomnmerKlarheit erschließen könnte. Indessen findet sich doch in denerhaltenett Kapiteln über die Tragödie noch Material genug,um uns für die Erklärung der Katharsis einen Nachschlüsselzu machen. ^
Sehen wir uns zunächst die Worte der Definition derTragödie im sechsten Kapitel genauer an, so finden wir inden Worten „durch Mitleid und Furcht" die wesentlicheInhaltsbestimmung der Tragödie ausgedrückt; denn die Worte„die nachahmende Darstellung, welche Tragödie heißt — voll-bringt durch Mitleid und Furcht die Katharsis der Pathematadieser Art" können nichts anderes bedeuten und bedeuten inder That nichts anderes als: Mitleid und Furcht sind dienotnendigen Elemente der tragischen Handlung, find die Hebel,welche der Dichter durch seine Darstellung in Bewegungsetzen muß, um die spezifische Wirkung, welche die Tragödieabschließlich ausübt, hervorzubringen. Welches Gewicht Aristo-teles auf diese Fundamentalbestimmung der Tragödie legt,sieht man deutlich aus dem Umstande, daß er wiederholt aufdieselbe zurückkommt und sie mehr als einmal den Dichterneinschärst. Gleich im neunten Kapitel^ heißt es: die tra-gische Dichtung hat es nicht nur mit einer Handlung zu thun,welche in sich abgeschlossen ist, sondern mit dem, was furcht-bar und mitleidswert ist; das heißt, wie er im elften
21. Aristoteles und die Wirkung der Tragödie von Ad. Stahr,Kap. VII, S. 42—56.
22. Poetik IX, 11 (Ausgabe von Ritter).