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Aristoteles, Poetik.
ist es wichtig, seine Lehre von der Wirkung der Musik, wie ersie in der Politik entwickelt, im Zusammenhänge zu betrachten,weil aus dieser Betrachtung eben so klar hervorgeht, daß auchdie kathartische Wirkung, welche Aristoteles der Musik(d. h. einer gewissen Art von Musik, nicht aller Musik über-haupt) beilegt, als eine sittlich bildende und veredelnde, alsoeine läuternde und reinigende gedacht ist. Hier hat nunL. Spengel in seiner zuvor angeführten Abhandlung ^ zunächstunwiderleglich nachgewiesen, daß die Katharsis als
kein für sich bestehender besonderer Zweck der Musik, sondernals eng verbunden mit dem Zwecke der Bildung (dervon Aristoteles gefaßt ist, daß beide Begriffe sich gegenseitigerläutern und ergänzen. Derselbe Gelehrte hat ferner denNachweis geführt, daß der Ausdruck „Katharsis" (x-lS-rpsi?)schon vor Aristoteles nicht bloß auf dem Gebiete derReligion und der Medizin — dort als religiöse weihendeReinigung, hier als Ableitung und Ausscheidung des über-flüssigen oder schädlichen Stoffes aus dem Organismus —sondern auch als philosophischer Te'rminus im Gebrauch warund in letzterer Beziehung eine sittliche Läuterung, ein Besser-werden des Menschen, ein Fortschreiten zur Tugend im antikenSinne der Tugend und Tüchtigkeit (4^) bedeutete. ^ Wennnun Aristoteles in der Politik diejenige Katharsis, welcheleicht hingerissene und erregbare Gemüther durch gewisseLiederweisen erfahren, und überhaupt die angenehme Erleichte-rung, welche allen Menschen mehr oder weniger durch eine