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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
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Einleitung. Drittes Kapitel.

Die üathartische Wirkung der Musik ist eine sittliche.

Aristo'teles* selbst hat seine Lehre von der Katha'rsis dertragischen Pathe'matast d. h. der leidvollen Eindrücke desMitleids nnd der Furcht, welche wir durch die Tragödieempfangen, an seine Lehre von der kathartischen Wirkungder Musik angeknüpft, deren er im achten Buche seiner Politikerwähnt und zwar mit dem Zusatze erwähnt,daß er überdas, was er unter Katharsis verstehe, deutlicher und aus-führlicher in der Poetik zu handeln gedenke". Nus diesemZusätze geht unu zwar uuwidersprechlich hervor, daß Aristotelesselbst die in der Politik gegebenen Andeutungen nicht für alls-reichend erachtete, um den Begriff dessen, was er mit Katharsisbezeichnte, in seinem vollen Umfange zu verstehen. Aber dennoch

7. Der Ausdruck nad'hsE« hat viel Verwirrung hervorgcbracht.Man hat ihn als gleichbedeutend mit dem Abstraktum lEr; (Affekte) ge-nommen, und es ist nicht zu leugnen, daß hier und da bei Aristoteles,wiewohl selten, für n«8c>; steht. Aber hier in einer Definition,

wo jedes Wort auf die Wagschale gelegt werden muß, ist die ursprünglicheBedeutung notwendig gefordert, die nämlich, nach welcher die abgeleitetenWörter auf ^>.« sich von der Grundform so unterscheiden, daß diese dasAllgemeine und Abstrakte, jene das Besondere und Konkrete bezeichnen.So ist 77 -Ä 0 ? der Affekt im allgemeinen, der einzelne Eindruck,

der, wie z. B. hier in der Definition, die Darstellung des MitleidSwcrtenund Furchtbaren (LXecivLv x«l macht. Näheres s. in meiner

Schrift: Aristoteles und die Wirkung der Tragödie, S. 31 fg. Vgl. PoetikI, Kap. 2, § 13.

* Der Laut, hinter dem das Zeichen' steht, hat den Ton: Deutschland n'ber a'lleö.9 2 s8cmgrnscheidtscheB.gr r>. rSm. Sl.: Bd. 22 : Lsrg. 5.) Aristoteles HI. 3