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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

richtig anwende, ihre versittlichende und läuternde Wirkungaus den Menschen übe. Dieser Nachweis aber ist die Aristo-telische Lehre von der Katha'rsis der Pathe'mata, von derReinigung der Leidempfindungen und der Leideindrücke desMitleids und der Furcht iu den Gemütern der Zuschauer undZuhörer der Tragödie, d. h. der wahren und echten, ihremBegriffe entsprechenden Tragödie, wie ihn Aristoteles ebenin der Poetik festgestellt und ausgeführt hat.

Man hat neuerdings unternommen, an dieser Auf-fassungsweise des historisch begründeten Sachverhältnisses zurütteln und dem Aristoteles eine Erklärung seiner Katharsisunterzuschieben, nach welcher er als Wirkung der Tragödienichts weniger als eine sittliche Läuterung, eine erziehendeund bildende Kraft (E°e(«), sondern lediglich und allein nureine durch Erregung von Mitleid und Furcht bewirkte er-leichternde Auslassung und gleichsam therapeutische Entladungsolcher (mitleidigen und furchtsamen) Gemüthsaffektionenaufgestellt haben sollte. ^ Wir können indessen von einemdirekten Eingehen auf diese mit großem Scharfsinne verfochteneParadoxie' um so mehr absehen, da eine Wiederlegung dersel-ben in einer eigenen Schrift voll uns gegeben worden ist. °

5. Zacob Bernays, Grundzüge der verlorenen Abhandlung des

Aristoteles von der Wirkung der Tragödie (1858). Vor Bernays

hatte schon Egger in seiner Schrift: Lssai sur I'kistoirs äs In eritiguseds? Iss Krses (Paris 1849), ',S. 188 und S. 195, dieselbe Ansichtausgesprochen.

6. Aristoteles und die Wirkung der Tragödie vonAdolf Stahr(Bcrlin,

1859). Ebenso hat auch der gelehrte und scharfsinnige Kennerdes Aristoteles, Leonhard Spengel, in einer besonderen Schrift (Über dieXabllpsi; -rülv Ein Beitrag zur Poetik des Aristoteles. München,

1859) sich mit schlagenden Gründen gegen Bernays erklärt.