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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Einleitung. Drittes Kapitel.

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Fanatiker der Idee, die gesamte dramatische Poesie, die Ko-mödie nicht minder wie die Tragödie, aus seinem Jdeal-staate verbannt. Er stand mit dieser seiner Feindschaftgegen Dramen und Theater genau auf dem Standpunktedes zelotischen Puritanismus und des gegen beide eiferndenChristentums der Götze und Konsorten. Wenn man dieHauptstelle seiner Polemik gegen das Drama und die Tra-gödie im zehnten Buche vom Staate ^ genau betrachtet, soläuft die Begründung seines verwerfenden Urteils aus fol-gende Sätze hinaus:Die Tragödie, weit entfernt, den

Menschen sittlich zu bilden und zu kräftigen, demoralisiertihn vielmehr; denn während es darauf ankommt, ihn gegenLeiden und Leidenschaften zu stählen und tapfer zu machen,verweichlicht sie ihn, indem sie die Empfindung des Mitleids(- iX-eivvv) mit dem allgemeinen Menschenlose in ihm nährtund großzieht und nicht nur dieser, sondern allen anderenLeidenschaften Thor und Thür öffnet. Der Zuhörer und Zu-schauer der Tragödie und der Komödie leidet Schaden an seinerSeele, und selbst der Beste kann sich ihres schädlichen Ein-flusses kaum erwehren. Denn was wir im Leben nur mitMühe in uns zügeln, die Neigung zu unmäßigem Schmerz-und Trauergesühl aus der einen und die Neigung zuleichtsinniger Verlachung menschlicher Dinge ans

der anderen Seite, das erhält dort durch die Tragödie, hierdurch die Komödie Nahrung und Förderung. Wir überlassenuns dem schrankenlosen Mitgefühl mit dem Leidenden um somehr, da wir nns sagen, daß es ja fremde Zustände und

l. Staat, X, S. 604607.