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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

Leiden sind, an denen wir teilnehmen, und da die Leidendenals gute und unserer Teilnahme würdige Menschen vomDichter dargestellt werden. Aber die fremden Zustände habenEinfluß aus den eigenen Zustand des Menschen, und die Lustan Leid und Klage, die er bei jenen in sich aufgenährt hat,wird er bei den eigenen Leiden gleichfalls nicht mehr zuzügeln vermögen."

Zum Schluffe dieses seines Verwerfungsurteils, mit demer gegen die gesamte öffentliche Meinung seines Volkes undseiner Zeit in der schneidendsten Opposition zu stehen sichbewußt war, fordert nun Platon, dem doch einigermaßenbei seiner Gottähnlichkeit bange zu werden scheint, die Freundeder Poesie auf, dieselbe gegen seine Angriffe mit philosophischenGründen zu verteidigen undnicht nur den Genuß, densie gewähre, sondern auch ihre Heilsamkeit für das staat-liche Gemeinwesen, ihren Nutzen und ihre versittlichendeEinwirkung auf das Leben der Menschen nachzu-weisen". 2

Unter denen, welche den so hingeworfenen Fehdehand-schuh aufnahmen und es müssen derselben im Altertumeviele und sehr leidenschaftliche gewesen sein, wie eine vonVernaps angeführte Stelle aus Pro'klos' Vorlesungen überPlatons Politei'a andeutet 2, steht mm Aristoteles inseiner Poetik oben an. Und zwar bezeugt derselbe Proklosausdrücklich, daß der Nachweis der versittlichenden Wir-

2 . Staat X, S. 607 v.

3. Bernays, Aristoteles' Lehre von der Wirkung der Tragödie,S. 165.